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Jeschurun · 1864-11-01 · Heft 2 (November 1864) · p. 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 2 (November 1864)
Article
Zur ungarisch-jüdischen Seminarfrage
Date
1864-11-01
Page
53 (sequence 3)
Language
German
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Von vr. Herrmann LipschiH. 53 sovnern auch die heilige Pflicht, die Stimme zu erheben für Gott und Religio», und mit aller ihr zu Gebote stehenden Kraft dem Derderben Einhalt zu thun und das wahre Heil zu fördern. Glaubcnstreue Brüder in Ungarn! Ihr habet es zu jeder Zeit bewiesen, daß in euch ein kerngesundes jüdisches Herz schlage, daß ihr unerschütterlich treue Anhänger des altherkömmlichen historischen Judenthums seid; ihr habet es nie an mannhafter Thatkraft, an rühmenswerther Energie und gottentflammtem Herzensmuthe fehlen lassen da wo es galt, die frechen Angriffe unserer inner« Feinde abzuwehren und den gottlosen Bestrebungen unserer entarteten Glaubensgenossen die Stirne zu bieten. Nun machet euch jetzt auf wie ein Mann, denn eine unübersehbar große Gefahr droht dem gcsetzergcbenen Judenthume Ungarns. Die ungarische Reformcltque setzt alle möglichen Hebel in Bewegung, daß das zukreirende Rabbinerseminar auf das Fundament eines destructiven anttjüdischen Princtps gegründet werde. Und ist es bereits ihrem würdigen, sittlicher Fänlniß entsprungenen, von sittlicher Fänlntß sich nährenden irreleuchtenden Führer, der den verunglückten, entarteten, alten Jeschiwah-Bachur, mit dem Wissenschaftlichen Charlatane mit seltenem Glanze in sich vereinigt, durch Anstrengungen verschiedener Art gelungen, das von den jüdischen Notabeln angeferttgte Seminarelaborat zur Begutachtung zu erhaschen. Der Zeit droht wahrlich der schmählichste sittliche Bankerott, in welcher eine durch die Abwesenheit aller sittlichen Ehrbarkeit traurige Berühmtheit es wagen darf, in Fragen von allgemein jüdischer Bedeutung mit seinem Votum keck hervorzutreten, und in welcher eine Richtung nicht fühlt, wie sie sich selbst erbarmungslos den Stab bricht, indem sie solchen Stimmen die Führung ihrer Sache überläßt. Es konnte nicht ausbleiben, daß in der schon seit geraumer Zeit obschwebenden Seminarfrage endlich dieser Genius, wenn gleich als verspäteter Nachzügler mit dem Pferdefuße hinterdarein gehinkt kommt, und sich dieser über Leben und Tod der jüdischen Zukunft Ungarns entscheidenden Angelegenheit zu bemächtigen sich anschickt. Und so läuft diese folgenschwangerste aller Fragen der Gegenwart Gefahr von einem Einfluß zur Entscheidung gebracht zu werden, der schon längst mit dem wahren Judenthum gebrochen, die heiligsten Gesetze Jisraels mit Füßen tritt, dem selbst die allererste Garantie

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