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Jeschurun · 1864-10-01 · Heft 1 (Oktober 1864) · p. 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 1 (Oktober 1864)
Article
Israels Dauer durch seinen Glauben
Date
1864-10-01
Page
15 (sequence 6)
Language
German
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Von vr. M- Braunschweiger. 15 schaute, wo aber gewiß alle erduldeten Leiden sich in Freude und Wonne verwandeln werdend Wenn wir das jüdische Volk trotz der vielen Verfolgungen, trotz der schrecklichen Unterdrückung in allen Ländern seit der Zerstörung seines Tempels uns vergegenwärtigen, so erscheint uns in der That dieses ganze Volk als ein fortwährendes göttliches Wunder, und wir können nicht umhin, hierüber den Ausspruch des oben erwähnten Geistlichen anzusühren, der voll Begeisterung sich also vernehmen läßt. ״Alles (bei dem Volke Israel) ist ein Wunder: seine Geschichte, sein Ursprung, sein Fall, seine Zerstreuung, seine Züchtigungen, seine Demüthigungen, seine Erhaltung, seine lange Verbannung, seine so oft vollzogene Ausrottung und seine jedesmaltge Erholung, seine erstaunliche Menge, seine unvertilgbare Nativnalität, seine allgemeine Verbreitung über den Erdkreis, die Un- Möglichkeit es mit andern Stämmen zu vermischen, seine Synagogen, in welchen es seit 3300 Jahren die Weissagungen liest, seine Hochachtung gegen die heilige Schrift — deren Buchstaben es gezählt hat; das Wüsteliegen feines Heimathlandes, das von Natur das reichste auf Erden ist, aber seit 1800 Jahren am unbebautesten liegt. Alle diese Züge bieten das Schauspiel eines großen Ganzen von Wundern dar. Die unerhörte Thatsache, daß diese Nation — die einzige unter allen — nur eine und dieselbe Familie bildet, und daß diese Familie obgleich umirrend und im Elende, sich von der übrigen Menschheit, deren Stämme sich seit 3700 Jahren untereinander vermischt haben, unterschieden bewährt hat; diese Thatsache allein schon wäre ein unbestreitbares Wunder, hätte auch jener Prophet aus der Grenze des Moabseilaudes vor 34 Jahrhunderten es nicht ausgesprochen! ״Von der Höhe der Felsen sehe ich ihn wohl, und von den Hügeln schaue ich ihn; sieh, das Volk wird besonders wohnen und nicht unter die Heiden gerechnet werden." Dieses Wunder geschieht über die ganze Erde hin, es hat sich nicht in einem abgelegenen Winkel derselben zngetragen, man sieht es überall. Weiter, es ist immerfort da, es ist ebensowenig, wie andere, ein für allemal geschehen, und man bedarf, um es zu gkauben, keiner Ueberlicferuug der Menschen; es ist immer dauernd. Mau kann es nicht, wie andere, der Ueberraschung der Sinne, der Täuschung ei-

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