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Jeschurun · 1864-10-01 · Heft 1 (Oktober 1864) · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1864-1865)
Issue
Heft 1 (Oktober 1864)
Article
Israels Dauer durch seinen Glauben
Date
1864-10-01
Page
14 (sequence 5)
Language
German
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14 Israels Dauer durch seinen Glauben. cher Geistlicher*) ״eine Million Juden, durch den Schrecken zur Abschwörung ihres Glaubens gezwungen und 60,000 Andere, auf einmal verbannt und genöthigt, sich mit Weibern und Kindern einzuschiffen, ohne irgendwo eine Gegend zu wissen, wo man sie aufnehmen wollte, ausgehungert, tn's Meer geworfen, von allen Ufern zurückgestoßen, in Sklaverei verkauft und oft gemordet, nur um ihr noch einzigen Besitzes, um ihrer Kleider willen, die sie auf dem Leibe hatten." Nicht könnte man aufhören, die Leiden, die daö Volk Israel erduldete, aufzuzählen, sowie den Druck, den es ertragen mußte, zu schildern. Nur ein Gedanke beseelte zu allen Zetten die Gemüther, nämlich treu der Religion ihrer Väter zu leben, und wenn es sein muß, für Gott zu sterben. Das Bekenntniß, das täg-!ich aus Millionen Kehlen zu Gott emporsteigt: ״Der Ewige unser Gott ist ein einig einziges, ewiges Wesen", stärkte Israel, die unerhörten Qualen zu ertragen, die Folterbank weder scheuend, noch den Flammentod fürchtend. Dieser Gedanke war es, der allen Verfolgungen, Verlockungen und Verführungen Widerstand leistete. Wenn auch der für Israel so düstere trübe Himmel von Zeit zu Zeit etwas klarer wurde, und zuweilen einige Sonnenstrahlen aus den dunklen Wolken hervorbrachen, die auf bessere Tage Aussicht gaben, so brachen oft gar bald wieder Stürme herein, die manchmal ebenso grundlosen als schrecklichen Beschuldigungen ihre Entstehung verdankten. Brunnenvergistungen, Kinderraub, Blutgier klagte man Israel an und in Folge dessen mußten die Unschuldigen als Opfer fallen. Aber auch hier war es wiederum der Glaube, der das Herz zu seinem Gott emporhob und standhaft die Leiden ertragen lehrte; in diesem Glauben fand man heilsamen Balsam für seine Wunden, in ihm und durch ihn sah man freudig die Zutunst nahen, eine Zukunft, die das sterbliche Auge wohl noch nicht *) Im Jahre 1843 erschien in Karlsruhe eine Broschüre von einem christlichen Geistlichen in Genf verfaßt, ,unter dem Titel ״die Juden". Ein Theil dieser Broschüre ist abgedruckt in der jüdischen Zeitschrift ״der treue Zionswächter", S. Jahrg. 1S5S No. 1ö, woraus wir die angeführten Ge« danken entnommen haben.

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