Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1864)
- Article
- Israels Dauer durch seinen Glauben
- Date
- 1864-10-01
- Page
- 13 (sequence 4)
- Language
- German
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Von Dr. H Braunschweiger. lg deö Wortes. Als aber seine Führer das Volk nicht mehr durch die Religion leiteten, den Staat vom Priesterthum trennten, oder, wenn dies nicht der Fall, betdeMewalten durch eine und dieselbe Person vertreten und dadurch die Religion vernachlässigt wurde, mußte der jüdische Staat selbst auf das Aergste darunter leiden, und mit dem Verluste her herrlichen Stadt Jerusalem sich endlich ausiöfen. Die Nation wurde unter andere Volker zerstreut, um ihre Sünden zu büßen und zu bereuen. Nur die Religion war es, die Israel von seiner großen Herrlichkeit zurückbehielt, sie allein begleitete Israel in die Wanderschaft; in ihr und durch sie fand der Jude Trost und Heilmittel für seine schwer geschlagenen Wunden. In Kampf und Gefangenschaft, unter den größten Gefahren und Verfolgungen jeglicher Art blieb immer das Herz für Religion und Glauben warm und lebendig. Israels Glaube ist unbesiegbar! Seitdem nun das Judenthum seinen Staat verloren hatte, seitdem andere Herrscher über seine ehemalige heilige Stadt Jerusalem regieren, lebte es zerstreut unter andern Volker, mußte es die schwersten Leiden erdulden, die größte Beschimpfung seiner Nation crtragen; und trotzdem, je mehr man seiner Religion Spott und Hohn anthat, desto heiliger und geehrter nur wurde der Glaube im Judenthum. Recht oft mochten wir die Völker an unsere Opferfreudigkeit für die heilige Religion erinnern, an alles Das, was wir um des Glaubens willen ertragen und erduldet haben, ob dies Verachtung und Zurücksetzung verdient? Vergebens wurden uns große Ehren, Acmter und Würden versprochen, um unserer Religion untreu zu werde», vergebens wurde R. Aktba und Tausende von Märtyrern auf die gräßlichste Weise zu Tode gefoltert. Israel blieb treu dem Glauben seiner Väter. Wer kennt nicht die gräßlichsten Verfolgungen, die Israel im Mittelalter namentlich in den Kreuzzügen erleben mußte, als die Geistlichkeit sowohl wie die weltliche Macht gleichmäßig gegen das arme Volk ergrimmt waren, und mehr als einmal auf ihr Geheiß oder mit ihrer Zustimmung allgemeine Blutbäder hervorgerufen wurden! Wer konnte die Leiden, die sie im glaubenswüthigen Spanien erduldeten, erschöpfend schildern? ״Vergegenwärtigen wir uns-" sagt ein christli-