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Jeschurun · 1864-09-01 · Heft 12 (September 1864) · p. 411

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 12 (September 1864)
Article
R. David Nieto's Begründung der Tradition
Date
1864-09-01
Page
411 (sequence 7)
Language
German
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Ueb ersetzt und durch Anmerkungen erläutert von Di׳. Gugenheimer. 411 empfänglicher Boden ist, auf dem keine Frucht- und keine Waldbäume sondern nur Dornen und Disteln wachsen, die als Nahrung der Kamcele dienen und als Mittelgattungs zwischen Holz und Stroh zu betrachten sind; darum wurde jene Handlung in der Thora durch die beiden Worte v2׳p מקשש bezeichnet. Demgemäß war jene Arbeit eine ganz leichte Thätigkeit, und dennoch wurde derjenige, der sie verrichtete, deßhalb auch Gottes Geheiß gesteinigt. K. Ich finde deine Beweisführung als vollkommen überzeugend. CH. Gott hat unserem Vater Abraham (1. B. M. 17, 12) geboten, daß er sich, seine Söhne, die in seinem Hause geborenen und die gekauften Sklaven beschneide; ebenso hat Gott seinem Volke Jisrael (3. B. M. 12, 3) das Gebot gegeben: ״Am achten Tage soll beschnitten werden." Der schriftlichen Thora gemäß wurde aber Abraham ebensowenig als dem Volke Jisrael das Objekt der Beschncidung angegeben. Ebenso hat uns Gott geboten, am 14. des ersten Monats, welcher der Frühlingsmonat ist, das Peßachopfer darzubringen, und uns die Entfernung des Gesäuerten und das Essen ungesäuerter Brode geboten. Ebenso hat uns Gott den Befehl ertheilt, am 10. des siebenten Monates zu fasten und keine Ar-- beit zu verrichten. Dies sind drei strenge Gebote, und obgleich für die Uebertretung jedes einzelnen derselben die Strafe der Ausrottung bestimmt ist, wird dennoch in der schriftlichen Thora Hinsichtlich der Beschneidung nicht das Objekt angegeben, hinsichtlich Peßach und des Versöhnungstages nicht erklärt, ob der dafür sestgesetzte Monat ein Sonnen- oder ein Mondmonat ist. Demnach ist es unmöglich, aus der schriftlichen Thora zu erfahren, ob wir das Peßachsest und die in den Monat Ttschri fallenden Feste in einem nach dem Mond- oder Sonnenjahre zu berechnenden Nissan und Tischri zu feiern haben. Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß Israel sämmtliche Feste Gottes in den Zetten Moscheh's, Jehoschua's, der Richter, der Propheten und Könige feierten, weßhalb auch angenommen werden mich, daß sie die Erklärung dieser Gebote mit allen ihren Einzelbestimmnngen und allen damit in Vcrbtndung stehenden Vorschriften genau kannten; da aber diese Erklärnng in der ganzen Bibel nicht zu finden ist, muß sie in den Zeiten der eben erwähnten Frommen als ein der Mündlichkeit übergebenes Gesetz existirt haben.

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