Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 11 (August 1864)
- Article
- Aus der Zukunft
- Date
- 1864-08-01
- Page
- 378 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der ZMirft. ä78׳ Gegenstände Hr Ordnen, -Nntcrbvach >lhn ׳cht Klopfen an der Thüre und auf sein ״Herein" trat ein Bote vom Telegrafenamt in's Zimwer, -eine versiegelte Depesche in der Hand. Nicht am mindesten überrascht nahm der junge Mann lächelnd dieselbe in Empfang und fertigte den -Boten ab. ״Ich sollte sie vor der Trauung eigentlich gar ׳nicht offnen," sprach er sie betrachtend, ׳״erst nach derselben empfängt man doch die Gratulationen, aber diese ist gewiß von den Eltern, sie wollen mir schon jetzt anzeigen, daß ihre Gedanken am heutigen Tage mich nicht-verlassen und ׳langsam erbrach er das Sicgel und entfaltete das Papier. — Leichenblasse aber überzog plötzlich sein Antlitz, als er die!wenigen Worte die es enthielt, überblickt. Er glaubte seinen Augen nicht trauen zu dürfen, und las sie wieder ׳und immer wieder und seine Sinne schienen sich zu verwirren, er preßte die eine Hand an die Stirn und schien nicht im Stande, mit der andern das vcrhängnißvolle Blatt zu halten; es fiel zu Böden ׳und ein heftiges Zittern ergriff den kräftigen jungen Mann. — Doch das Zittern ließ nach und noch war nicht Klarheit gekommen in seine Gedanken, nochmals durchlas er die unglückseligen Worte und sein Blick irrte im Zimmex umhex als suche er Bcrständniß und Hilfe. Die Zeit verging, die Seelenangst des jungen Mannes schien von Minute zu Minute sich zu steigern, rathlos ׳rang er die Hände und schien vergessen zu haben, daß die Stunde nahte zu der die Braut ihn erwartete. — Wiederum klopfte es an der Thüre, er vernahm es, aber kein einladendes ״Herein" drang über seine Lip- Pen. Die Hände fest auf die Brust gepreßt, schien -er unfähig, auch nur einen Laut hervorzubringen. Die Thür öffnete sich und mit freundlichem Gruße trat Herr Braun, der Onkel seiner Bertha, herein. ״Was sehe ich?" rief dieser, ״noch nicht einmal angekleidet? O geschwind, tummeln Sie sich, lassen Sie mich Ihr Kammerdiener sein; das ganze Haus drüben ׳ist schon voll Gäste, lassen Sie Ihre Braut nicht länger warten." Gin schmerzliches Stöhnen war die einzige Antwort. Jetzt erst betrachtete der Andere ihn aufmcrksamer. ״Um Gotteswillen Freund, was ist Ihnen, sind Sie krank?" Heftiges Kopfschütteln. ״Aber um des Himmels Willen, so reden Sie-doch und bectleu Sie Ihre Toilette, es wird!ja in der That zu spät." — Von neuem stellte sich das Zittern-ein, ״ich kann i -A