Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 11 (August 1864)
- Article
- Aus der Zukunft
- Date
- 1864-08-01
- Page
- 376 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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376 Aus der Zukunft. benutzt, ihn zum Millionär hätte macken können. Aber es war Sabbath und nickt einmal seinem christlichen Commis thcilte er sie mit, daß dieser für ihn sic hätte nützen können. Am folgenden Tage war sie stadtbekannt und daher werthlos. Noch in derselben Woche machte mein Vater seine Lage bekannt, erklärte jedoch seinen Gläubigern, wenn sie eine Zcitlang ge ulden wollten, so hoffe er sie .vollständig befriedigen zu können und gerne fügten sich alle; denn sie kannten ihn. Und der Himmel schenkte ihm Glück, kaum war ein Jahr vergangen so waren nicht nur sämmtliche Schulden getilgt, sondern unser Geschäft noch blühender als je." Schweigend hatte Bertha ihm zngehört, jetzt schaute sie mit seelenvollcm Blick zu ihm auf. ״Was Du von Deinem Vater erzählst überrascht mich nicht, könnte denn der Vater eines solchen Sohnes wohl anders sein?" ״Schmeichlerin." ״Nein ich schmeichle nicht. Aber Du bist glücklicher als ich, ich habe meinen Vater nie gekannt, noch vor meiner Geburt verlor ich ihn; nur aus den Erzählungen meiner Mutter, die noch heute ihn bcweint, weiß ich, was ich in ihm verlor. Gott erhalte Dir den Delneu." ״Der ja von morgen an auch Deiner ist." Wieder schien es wie ein Schatten über das rosige Antlitz zu gleiten, dieses Mal aber merkte er es nicht. ״Die Nacht bricht herein, laß uns hineingehen, die Mutter wird mich sonst wieder schelten, daß ich das Töchtcrche» zu lange in der Nachtluft hier gehalten." Sie erhoben sich und unter traulichem Gespräch schritten sie dem Wohnhausc zu. Sie trafen die Mutter in Unterhaltung mit deren Bruder. ״Ach, das ist schön, daß Du da bist Onkel," rief Bertha diesem entgegen, ״ich hatte mir eben schon Vorwürfe gemacht, daß ich die Mutter so lange allein gelassen." ״Wir haben Fräulein Bertha nicht vermißt, eben so wenig als ihren Herrn Bräutigam; wir hatten nämlich eine höchst wichtige Angelegenhcit zu berathcn." .,Und dabei haben Sie mich nicht vermißt?" scherzte der junge Mann, ״das ist ja unerhört, und doch möchte ich wetten, diese wichtige Angelegenheit betraf auch mich mit." ״Das könnte wohl sein, wir ordueten eben die Plätze zur morgigcn Tafel und da Sie an derselben doch auch Theilnehmer — " ״Wissen Sie, daß von Ihrem ganzen Arrangement für morgen die Tafel mir^am wenigsten gefällt. Ich begreife nicht wie ich werde essen können, wenn zum ersten Male Bertha als mein Weib-