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Jeschurun · 1864-08-01 · Heft 11 (August 1864) · p. 375

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 11 (August 1864)
Article
Aus der Zukunft
Date
1864-08-01
Page
375 (sequence 7)
Language
German
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gerne zu. Sage, ist eS denn durchaus unerläßlich, daß wir schon in nächster Woche reisen?" ״Ich habe meinem Vater es versprochen; denn trotz des Ab- -rathcns des Arztes bestand er darauf, mich herzubegleiten und nur durch das Versprechen, baldmöglichst eine Zeitlang mit dir bei ihm zu verweilen, vermochte ich ihn davon zurückzuhalten. O wie freue ich mich darauf, Dich ihm zuzuführen; wie wird er Dich lieben und Du ihn." ״Ich liebe ihn schon jetzt, ist ex doch Dein Vater und nach allem was Du mir von ihm erzählt —" ״Kannst Du Dir doch noch keine rechte Vorstellung von ihm machen. Mein Vater ist ein herrlicher ein seltener Mann. Ob er sich zu meiner Hochzeit wohl einen neuen Rock hat machen lassen?" fuhr er lachend fort. ״Einen neuen Rock?" sie blickte ihn verwundert an. ״Ja," erklärte er, ״wenn mein Vater sich einen neuen Rock machen lassen soll, so muß schon ganz besonderes sich ereignen. Er ist zwar sehr eigen auf seine Kleidung, kein Stäubchen darf sich darauf zeigen; wenn sic aber nun mit der Zeit abgetragen wird und wir meinen Vater aufmerksam machen, daß es wohl Zeit wäre, neue anzuschaffen, so fragt er zu welchem Preise dieselbe wohl zu haben, und haben wir den nun genannt, dann erst betrachtet er seineu Anzug genauer und sagt gewöhnlich, dieser Tage habe ich, und da nennt er irgend einen rechtschaffenen Armen gesehen, dessen Rock war noch viel schlechter als meiner, geh bring' ihm Geld zu einem neuen, den meinen kann ich Wohl noch eine Zeitlang tragen. Daß unter diesen Umständen an den Kleidern meines Vaters zuweilen auch fadenscheinige Stellen zu sehen sind, ist nicht zu verwundern; er steht aber in allen Kreisen in so hoher Achtung, daß eine hochgestellte Dame, die Gelegenheit hatte, ihn kennen zu lernen, über ihn äußerte: die schäbigen Stellen an meines Vaters Rock erschienen ihr wie eben so viele Ordenszeichen. Ich erinnere mich, als ich noch ein Knabe war, daß durch die Fallimente mehrerer Häuser meines Vaters Geschäfte in Stockung geriethen. Grade an einem Freitage war es, als er die Ueberzeugung gewann, demnächst seine Zahlungen einstcllen zu müssen; wie ihm dabei - zu Muthe war, kannst Du Die denken. Am andern Tage erhielt er von einem Freunde eine telegraphische Nachricht, die, hätte er sie augenblicklich

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