Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 11 (August 1864)
- Article
- Aus der Zukunft
- Date
- 1864-08-01
- Page
- 370 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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AuZ der Zukunft. 370 außerordentlich große und seltene Glück Ihres werthen Besuches?" ״Wenn ich Sic versichern würde, daß hauptsächlich die innige Sehnsucht Sie liebe Freundin zu sehen und mit Ihnen ein wenig zu plaudern mich hcrgeführt, so käme das wohl der Wahrheit am nachsten; aber Sie würden mir keinen Glauben schenken, weil ich Sie auch mit einer Bitte zu belästigen denke die —" ״Eine Bitte an mich? ach das ist schon, das ist herrlich. O geschwind, sagen Sie sie mir Liebe, ich und mein ganzes Haus steht zu Ihren Diensten." ״Ich danke Ihnen, beste Frau Beer, für Ihre Freundlichkeit, aber Ihr ganzes Haus wollte ich gerade nicht in Anspruch nehmen, nur um einige Schüsseln und ein paar Dutzend Teller möchte ich Sie für einen Abend ersuchen. Wir beabsichtigen nämlich in Nächster Woche eine größere Gesellschaft zu geben, und da mein Mann dieses Mal bedeutend mehr Gäste als sonst bet sich zu sehen wünscht, so mangelt es mir an Geschirr. Mein Mann wollte zwar, daß ich das Fehlende kaufe; aber da ich für gewöhnlich aufs beste damit versorgt bin, so dachte ich mir, daß vielleicht meine liebe Freundin —" ״Gern, herzlich gern, liebste Frau Kohn, Sie wissen, daß ich nichts sehnlicher wünsche als Ihnen gefällig zu sein, daß —״ ״Das weiß ich, Sie haben mir ja schon so oft Beweise Ihrer Gefälligkeit gegeben." ״Es freut mich in der That, daß Sie sich hieran erinnern, denn dann werden Sie es nicht mißdeuten und werden den Schmerz empfinden, der mein Herz erfüllt, indem ich Ihnen bekenne, daß ich mich außer Stande sehe, Ihrem Wunsche zu entsprechen." ״Bitte, bitte lassen Sie cs sich nicht leid sein wenn cs Ahnen unbequem —״ ״Liebe Freundin, wie können Sie nur so sprechen? Sie wissen doch, daß ich keine Unbequemlichkeit scheuen würde, um Ihnen zu dienen." ״Das weiß ich, das weiß ich, beste Frau Beer." ״Aber Sie können sich keinen Begriff davon machen, wie sehr es mich schmerzt, einen Wunsch von Ihnen unerfüllt zu lassen. Sie sind eine so geistvolle aufgeklärte Dame, und haben das Glück einen so geistvollen aufgeklärten Gemahl zu besitzen, daß Sie sich den Grund meiner Weigernng sicherlich nicht denken können. Stellen Sie sich vor, mein Mann ist ein solcher Finsterling, daß vor vierzehn Tagen, als Sie die Freundlichkeit hatten mir zu meiner Soiree mit Ihrem Service auszuhclfen, er hierüber in Wuth gericth. Weil Sie nicht zweierlei