Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 11 (August 1864)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1864-08-01
- Page
- 366 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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366 Das jüdische Weib. Hl. Hoffnung hätte bauen sollen! Fasse man den Segen als eine über die künftige Leitung des Hauses entscheidende Verfügung des Vatcrs, fasse man ihn als eine von göttlicher Eingebung gesprochene von göttlicher Waltung wahrzumachende Verheißung, in beiden Fällen hätte er durch die begangene Täuschung von vorn herein jeden Boden verloren. Eine auf falscher Voraussetzung beruhende Vcrfügung ist null, und der Gott des Himmels und der Erde, der Abra- Ham nur defthalb erwählt hatte, daß er seinem ihm nachfolgenden Hause das Vermächtniß hinterlasse צדקה ומשפט zu üben, und an die Erfüllung dieser Aufgabe die Erfüllung aller Verheißungen ge-- knüpft hatte, ist sicherlich ebenso wenig zu täuschen, als daß er auch dieses Vermächtniß und diese Verheißung ans dem Haupte einer Täuschung werde ruhen und weiter tragen lassen wollen. Keinem Fetisch wird ein Heide Solches zutranen wollen. Die Nachfolgerin Sara's im Abrahambause war von allem Dem sicher am fernsten. Allein cs hatte Esan, dieser ״Jäger mit dem Munde" das Herz des Vaters zu täuscken und zu fangen gewußt, hatte dem frühgealterten und fast erblindeten Isaak so zu blenden verstanden, daß dieser in ibm den einstigen Foriträger des geistigen und sittlichen Abrabams-Vermächtnisses erblicken zu dü'fen glaubte, und doch war dem Esau auch das letzte Verständnis) dieser ganzen Aufgabe so sehr abhanden gekommen, daß er z. B. dieser Bestimmung ein Genüge zu leisten vermeinte, indem er zu seinen, den Eltern durch ihre Sitten und ihren Wandel Herzeleid bereitenden kanaanitischen Frauen, noch eine Frau aus abrahamitischer Abstammung gesellte! Da wollte die verständige Gattin, die die Enttäuschung Isaaks gegewiß schon oft vergebens versucht, ihn tatsächlich zum Bewußtsein bringen, wie leicht er zu täuschen sei, wie er in seinem erblindeten Zustande selbst durch eine so plumpe Vermummung getäuscht werden konnte, und wollte ihn eben durch diese Täuschung von seiner Verblendung heilen. Darum war auch sein Schrecken als er der Tauschung inne ward so groß, und darum fielen ihm auch sofort die Schuppen von den Augen, und er fügte sofort gefaßt und besonnen 'גם ברוך יהי, seinen ausgesprochenen Segen nun erst bewußtvoll bestätigend, hinzu! Wir sind aber auf eine AMMsung über diesen Zug aus dem Leben unserer Stammutter eingegangen, nicht um eine Apologie der-