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Jeschurun · 1864-08-01 · Heft 11 (August 1864) · p. 365

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 11 (August 1864)
Article
Das jüdische Weib
Date
1864-08-01
Page
365 (sequence 7)
Language
German
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Rebekka. 365 vor dem Vater her, aber schon von den Konfitüren bekommt ״der Alte" nichts ab, das Wort aber führen fortan der Sohn und die Mutter, und gebührender Maßen der Sohn vor der Mutter, und in dem scheidenden Segensgruß geht nicht die Tochter aus dem Hause, sondern der Brnder ruft der Schwester den Abschiedsgruß nacht ׳ Um so glücklicher für die Zukunft des Abrahamshauses, daß die zweite Stammesmutter in so früher, zarter Jugend aus etuer Hcimath scheidet, in welcher Gemüthsrohut und Niedrigkeit des Charakters zu Hause gewesen zu sein scheint, und in welcher sie mit ihrem reinen menschenfreundlichen Herzen wie eine Rose unter den Dornen aufgeblüht. Es war ein Glück, daß Jizchak bereits in dem reifen Alter von vierzig Jahren stand, als er ״die Tochter des Aramiten" Bethuel, aus ״Aram", die Schwester des ״Aramiten" Laban.zu seinem Weibe nahm. Rebekka kam zum Jizchak, er führte sie als die wiedergefundene Mutter Sara ins Zelt, sie wird sein Weib, er liebt sie, und erst in dieser geliebten Gattin findet er Trost nach dem Tode der Mutter — Wie Sara dem Abraham, so finden wir Rebekka als siete treue Gefährtin dem Isaak zur Seite auf allen seinen prüfungsvollen Wanderungen durchs Leben, und so wahr und innig ging diese Tochter ans Aram in den Geist des Abrahamshauses und der Abrahamssendung ein, daß eben sie viel früher als Isaak von diesem Gesichtspunkte aus den Werth und Unwerth ihrer ungleichen Sohne für diese Zukunft zu erkennen, und ihrem in diesem Punkte irrenden Gatten die Augen zur Erkenntniß der Wahrheit zu öffnen vermochte. Eine vorurtheilslose und umsichtige Prüfung der so vielfach geschmähten Segnungsgeschichte, läßt sie nämlich nur als den Versuch der einsichtsvollen Gattin erkennen, ihrem Gatten in einer für die Zukunst ihres Hauses und ihrer Bestimmung entscheidenden Frage zur bessern Erkenntniß zu verhelfen. Wie ließe es sich auch nur halb- Wegs denken, daß irgend Jemand von einer so plumpen Comödie, der noch nothwendiger Weise die Entdeckung notwendig auf dem Fuße hatte folgen müssen, wie sie auch wirklich gefolgt ist, irgend einen Erfolg hätte erwarten können! Wie aber vor Allem wäre es möglich, daß eine Rebekka auf einen durch Täuschung erlisteten Segen auch nur den geringsten Werth legen, oder auch nur die geringste

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