Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 11 (August 1864)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1864-08-01
- Page
- 363 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Rebekka. 363 sie hat vielleicht achzigmal hin und her, hinab zur Quelle und heraus zu eilen, sie vollbringt diese große Arbeit für die durstigen Thiere freudig rasch und munter, ist so freigebig mit ihrer Arbeit und Mühe, und geizt doch mit dem wenigen Wasser, das noch Rest im Kruge ist, es nicht nutzlos wegzugießen. Ist da nicht das ganze herrliche Weib? Die größte Arbeit achtet es gering wo es gilt damit Wohlsein und Wohlbehagen Anderer zu schaffen; das kleinste Erarbeitete groß, wo es nutz- und zwecklos vergeudet werden sollte! Und wie pulsirt die Freude über die getränkten und erquickten Thiere in ihrem Gemüthe nach! ״Ist deines VatcrS Haus wohl eine Stätte für uns zu über Nacht?" fragte Elicser. ״Wir haben Spreu und Futter die Menge", lautete Rebekka's Antwort, auch Raum zum Ucbernachten!" und sie denkt zuerst an die weitere Sorge für die Thiere, die nun Getränkten nun auch zu füttern, und dann an die Beherbergung des Menschen! Das war das Weib für den Gott dienenden Abrahamssohn, das war das Weib für Jizchak! Und wie schlägt nun der ganze weitere Verlauf dem ganzm Traum vom Orientalismus ins Angesicht! Da wird nicht das Mädchen den Eltern, wie man doeirt, abgekauft. Als die Angehörigen in dem ganzen Ercigniß auch nicht umhin können die göttliche Fügnng zu verehren und ihre Einwilligung zu erklären, erhält das Mädchen goldenes und silderncö Geschmeide und Gewänder, die Angehörigen aber nur untergeordnete Geschenke, טגרגוח, der Wortbedeutung nach, edle Früchte, vielleicht Confitüren! Und nicht willenlos wird über das Mädchen disponirt. ״Wir wollen das Mädchen fragen". Und erst als Rebekka ihr bereitwilliges Ja erklärte, ward sie Elicser übergeben. Wie tief bedeutsam erscheint ferner dem gegenüber das völlige Stillschweigen von demjenigen, dessen Willens- Meinung doch bei dieser ganzen Verhandlung am cntscheidensten hätte sein müssen, wie tief bedeutsam das völlige Stillschweigen von Isaak! Rebekka wird gefragt, Isaak läßt seinen Vater und dessen treuen Diener völlig für sich in einer Angelegenheit handeln, die mehr als jede andere über sein künftiges Lebensglück entscheidet! Sehen wir hier, in Abraham's Hause einen Zug, der noch heute im Familienkreise seiner ächten Nachkömmlinge zu ihrem Heile auch heimisch ist? Wie viel Ironie ist nicht daran verwendet worden, daß bis in die