Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 11 (August 1864)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1864-08-01
- Page
- 362 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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362 Das jüdische Weib. III. gemäß Sara, so war Rebekka in doppelt nächster Verwandtschaft zum Isaak. Ihr Großvater war Abrahams Bruder, ihre Großmut- I ter Saras Schwester! Wenn aber sowohl in dem erzählenden Bericht, als in Rebekka's eigener Angabe mehr die Mutter als der j Vater Bethnels Hervorgeboben wird, so muß eben diese Milka eine! hervorleucktende, rühmlich bekannte Persönlichkeit gewesen sein, daß sich die Enkelin noch mit Stolz dem Fremden als deren Enkelin ankündigt, und zeigt auch dieser kleine Umstand, wie denn doch in dieser orientalischen Welt die Frau nicht eine so verschwindende namcnlose Große gewesen sein müsse. Mit welchen seinen Zügen malt uns nun das Gotteswort das ganze herrliche Wesen und Walten dieses Mädchens! Sie war sehr schon, Jungfrau ואש לא ירעה! Es kann dies nicht ihren jnngfräultchen Stand bezeichnen wollen, daS ist bereits mit בחוליה gesagt, i Es heißt auch überall sonst לא ידעה איש, hier aber איש לא ירעה! | Die Bezeichnung der gewöhnlichen Jungfräulichkeit ist, daß sie noch mit keinem Manne in vertrauter Beziehung gestanden. Rebekka war j aber so keusch und züchtig, daß noch nie ein Mann es gewagt sich i ihr mit irgend einer Vertraulichkeit zu nähern. Das reine keusche ] Wesen eines wahrhaft züchtigen Weibes bannt mit Zanbergewalt; alles Gemeine und Niedrige aus ihrer Nähe, und kein unzüchtiger Blick wagt sich hinan zu der Hoheit eines wahrhaft reinen weiblij chen Wesens, י! איש לא ירעה— Sie ging hinab zum Quell füllte j ihren Krug und kam wieder heraus. Der Knecht eilte ihr entgegen. ,,Laß mich ein Weniges aus deinem Kruge trinken!" ״Trinke, mein Herr!" und hurtig langte sie den Krug auf ihre Hand herab und gab ihm zu trinken. Als sie ihn zur Genüge hatte trinken lassen, sprach sie: ״auch für deine Kameele will ich schöpfen bis daß sie i zur Genüge getrunken Haben". Und damit leerte sie eilig ihren Krug j in die Tränke, lief wieder zum Brunnen um zu schöpfen und schöpfte j für alle seine Kameele. Welch ein herrliches Weseg offenbaren nicht j diese wenigen Züge! Sie ist höflich und freundlich; auch dem Knecht j zollt ihre Anrede ihr ״mein Herr!" Sie bewegt sich hurtig wo sie i etwas leisten kann. Sie ist nicht geschwätzig und macht nicht viele ■j Worte von dem was sie thun will; sie läßt ihn erst trinken und sagt dann, daß sie auch für die Kameele sorgen will. Sie gießt den ß Rest des Kruges nicht aus die Erde, sie gießt ihn in die Tränke;