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Jeschurun · 1864-08-01 · Heft 11 (August 1864) · p. 361

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 11 (August 1864)
Article
Das jüdische Weib
Date
1864-08-01
Page
361 (sequence 3)
Language
German
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Rebekka. 361 chen, das geeignet sein sollte die durch Sara's Heimgang entstandene Lüäe tm Abraham-Hanse auszufüllen, und mit Isaak vereint die große Erbschaft Abrahams und Sara's fortzutragen! Nicht an ihrem Reichthum, nicht an ihren Körper-Reizen, nicht an ihren Geistes- Vorzügen, an ihrem Charakter, an ihrem sittlich menschlichen Herzen, an ihrer menschenfreundlichen Hülfsbereitschaft, kurz an non 0יל1ה), an jenem Charakterzug will er sie erkennen, der noch heute die Söhne und Töchter Abrahams und Sara's am hervorstechendsten kennzeichnet. Das Mädchen, zu dem er mit der Bitte hinantreten werde, ihn aus ihrem Eimer trinken zu lassen, und das sich von selbst nicht nur dazu, sondern auch seine zehn fern stehenden (sie lagen אל הבאר, nicht על הבאר) Kämeele (— ein Kamee! trinkt nicht wenig, eS trinkt, daß es nothigenfalls auf acht Tage genug hat, ein in Paris großgezogenes Kameel trank gewöhnlich 4 Eimer Wasser!) — zu tränken bereit erklären werde, das Mädchen, dessen Gemüth also das Mitgefühl nicht nur mit Menschen, sondern mit müden durstenden Thieren kennt, und dieses Mitgefühl nicht in müßigen sentimentalen Phrasen, sondern freiwillig in hurtiger, thätiger Hülfe bringender Arbeit zu erschöpfen weiß, das Mädchen, in welchem ein solcher Funke jenes heiligen Feuers thätiger Menschenliebe leuchtet, das in Abrahams und SaraS Herzen und auf dem Altar ihres Zeltes brannte, das, wollte er als die von Gott gesandte Gattin für den Gott dienenden Jtzchak erkennen. Dieser Grundtypus des abrahamitischen Charakters muß wohl auch damals nicht allgemein, muß wohl auch damals vorzugsweise nur in Abrahams Familienstamm noch zu suchen gewesen sein, daß er eben an diesem einen Zuge die rechte Braut für den Abrahams-Sohn erkennen wollte. Wäre ihm diese Charakterreinhett nicht das Hauptaugenmerk, und sie nicht so selten gewesen, ein wie leichtes Werk wäre nicht Eltesers Aufgabe gewesen, ein aramäisches Mädchen für den etnzigen Sohn des reichbegüterten Abraham zu finden! Allein es galt daS rechte Weib für den Gott dienenden Zsaak zu suchen, da war es unerläßlich durch eine solche Prüfung das Seinige zu thun, und für das Gelingen der göttlichen Fügung und Führung zu vertrauen. Und kaum hatte er also sich ausgesprochen, da kam Rebekka zum Brunnen, Rebekka Tochter des von Milka, Abrahams Bruders Frau, geborenen Bethuel! War Jtska(!, 11,29) der Ueberlieferung 23*

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