Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 11 (August 1864)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1864-08-01
- Page
- 360 (sequence 2)
- Language
- German
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360 Das jüdische Weib. III. und zu seinem Geburtsorte zu gehen und von dort eine seinem Sohne, eine dem Isaak entsprechende Gattin zu holen. Götzenthnm, diese geistige Verirrung der Menschheit, war in Aram wie in Kanaan zu Hause. Allein es war nicht eine solche Sittenverdcrbniß in seinem Gefolge wie in Kanaan. In Kanaan und Mizrajim feierte, wie wir aus III. B. M. erkennen, chamitische Uusitllichkeit ihre ausschweifend׳ stcn Orgien. Geistige Verirrungen können besserer Belehrung weichen/ Sittenverdcrbniß aber vererbt sich durch Anlage und Beispiel so tief, daß bessere Einflüsse nur schwer und spat eine gänzliche Umwandlung herbeiführen. Aram's Gotzenthum hatte Abrahams Zelt nicht zu fürchten, Kanaans Unsitte mußte von seiner Schwelle fern bleiben. Charakter-Reinheit war die Mitgift, die die erste jüdische Braut mitzubringen hatte. Dieser Gedanke spricht sich auch in der ganzen Weise aus, in welcher sich der Diener seines Auftrags zu entledigen suchte. Wir lesen: ויקרו העבר עשרה גמלים מגמלי אדניו וילך וכל טוב ארנין בידו, ויקם ו י ילך אל ארם נהרים אל עיר נחור. Das erst nachfolgende ויקם וילך läßt uns in dem vorangehenden וילך nicht bereits die Abreise, sondern einen Theil der Zurüstung zur Reise, eine Vervoll - fländigung der Weise erkennen, wie er die Reise unternahm. Nicht als begüterter Herr, als Diener, als Sklave will er in der Erscheinung auftreten; die Begegnung, die Aufnahme, die er finden würde, sollte frei, sollte rein nur dem Menschen gezollt sein. Er nahm zehn Kameele von den Kameelen seines Herrn, denen man es ansah, daß sie herrschaftliche Kameele waren, er aber ging zu Fuße, die Kameele führend. Die Kameele waren auch nicht mit Gütern und Kostbarketten beladen, sie waren nur bestimmt, die zu erwartende Braut und ihre Begleiterinnen hetmzuführen, (siehe I. 24, 61. Dgl. Kohcleth 10, 7) die kostbaren Angebinde trug er in Hände». Und wie tief waren Herr und Diener von dem Bewußtsein durchdrungen, daß dem Manne das entsprechende Weib, Zsaak die entsprechende Gattin zuzuführen, ein angelegentliches Augenmerk der göttlichen Fürsorge sei! Herr und Diener blicken zu Gott auf, daß Er seinen Engel senden, Er den rechten Weg zum rechten Weibe führen werde für ״feinen Diener, für Jizchak", für den, dessen ganzes Leben dem Dienste Gottes geweiht, und der in seinem Weibe nur die Vollendung (בלה) seiner Lebensstellung sucht, um als ״ganzer Mensch" seinem Gotte zu dienen — Und wie sucht dieser Diener des Abraham-Hauses das Mäd-