Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1864)
- Article
- R. David Nieto's Begründung der Tradition
- Date
- 1864-07-01
- Page
- 341 (sequence 15)
- Language
- German
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Uebersetzt und durch Anmerkungen erläutert von vr. Gugenheimer. 341׳ ״Gottes halten und Recht und Gerechtigkeit üben." Ferner lautet das Gotteswort in Bezug auf Abraham 1. B. M. 26, 5: ״Er hat gehalten meine Vorschrift, weine Gebote, meine Satzun- ״gen und meine Lehren." Jakob gab 1. B. M. 35, 2 seiner Familie und allen die bet ihm waren, den Auftrag: ״Schaffet weg ,,die fremden Götter, welche unter euch sind, und reiniget euch und ״wechselt euere Kleider." Nun frage ich einen jeden Urtheilsfähigen, dem Gott Verstand und Einsicht verliehen, wer Kajin, Hebel und den Stammvätern die Kunde brachte, daß Gott an den Opfern der Menschen ein Wohlgefallen hat? Zu den Resultaten des menschlichen Denkens gehört dies nicht, wie bereits Ps. 50, 12 ausgesprochen ist, wo es heißt: ״Wenn ich hungerte, würde ich es dir nicht sagen; denn Mein ist ״das Erdenrund und seine Fülle."*) Aus welchem Grunde ist das *) Da Abraham und Jakob nach 1. B. M. 15, 9 und 35, 1 durch das an sie ergangene göttliche Wort zum ׳Darbringen von Opfern aufgefordert wurden, ist es befremdend, daß unser Autor die von den Stammvätern gebrachten Opfer in eine Kategorie mit denen des Hebel, Kajim und Noah stellt; es scheint daher, daß er hier 1. B. M. 12, 8; 13,18 im Auge hatte, wonach Abraham schon vor dem von Gott empfangenen Aufträge Opferstatten erbaute, und daß unser Vers, hieraus wie aus den von Kajin, Hebel und Noach gebrachten Opfern schloß, daß, schon vor Abraham eine göttliche Offenbarung über Opfer vorhanden gewesen sein muß. Diese Annahme wird durch Bereschit rabba c. 16 unterstützt, wo zu 1. B. M. 2, 15 erklärt wird: לעברה ולשמרה אלו הקרבנוח (S. den Commentar des R. Mosche b. Nachmann zu der eben erwähnten Schriftstelle). Ueberdies erscheint die Annähme des R. Nieto durch Aboda sara 5 b., 51 a., Sebachim 115 gerechtfertigt, da aus diesen Stellen hervorgeht, daß Noach ein die Opfer betresfendes Verbot erhielt, indem ihm durch das 1. B. M. 6, 19 an ihn ergangene Gotteswort מכל החי מכל בשר שוגים מכל verboten wurde, ein Thier an dem ein Glied fehlt, als Opfer zu bringen. Durch den Umstand, daß zu den sieben noachidischen Geboten keine das Darbringen von Opfern betressende Vorschrift gehört, wird die Annahme unseres Autors durchaus nicht widerlegt; denn obgleich jenes Verbot aus dem in Tosaphot z. St. ד״ה מנין למחוסר אבר שאסור לבני נח angeführten Grund nicht unter den sieben im Talmud aufgezählten noachidischen Geboten erwähnt wird, kann es den- ״noch zu den noachidischen Geboten gerechnet werden, da nach dem Chullin 2 a. angeführten Ausspruche des -;עול (im Jalkut Schimeoni Th. II 579 wird dieser Ausspruch nicht עולא sondern רבא vindieirt) dreißig noachidische