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Jeschurun · 1864-07-01 · Heft 10 (Juli 1864) · p. 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 10 (Juli 1864)
Article
R. David Nieto's Begründung der Tradition
Date
1864-07-01
Page
334 (sequence 8)
Language
German
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834 R. David Nreto's Begründung der Tradition. Ebenso sind sie mit unserer Beantwortung der oben erwähnten zweiten Frage theilweise einverstanden, indem sie zugeben, daß unsere Weisen Hinsichtlich des Objektes der Beschneidung, hinsichtlich der j durch das Sabbathgesetz verbotenen neun und dreißig Arbeitsärten, die sie ebenso wie wir annehmen, uns die Wahrheit lehrten"), ihre f Meinung divergirt aber Hinsichtlich der Erklärung jener Arbeitsarten,! sowie hinsichtlich der Erklärung säst sämmtltcher Gebote, da sie diej selben nach der Auffassung ihres Verstandes und nicht nach der j Tradition unserer Weisen erklären. Daher kommt es, daß jeder Ein- I zelne von ihnen seine besondere Ansicht nach seinem Gutdünken auf-! stellt und noch Anderen seine Meinung aufdrängen will. Hiedurch sind unter ihnen Parteien und Sekten entstanden und beherzigen sie nicht die Pflicht der Ehrfurcht, die wir gegen Gott haben, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns 4. B. M. 15, 29 befohlen: ״Ein Gesetz soll euch sein."* * **)")!ingebot erwähnt wird, anzulegen, sondern, daß es genüge, wennmanIeinen kurzen, an die Befreiung aus Mizrajim erinnernden Satz auf ein Stück Pergamenl schreiben und an den in der Thora bezeichneten Stetten anlegen würde. So wenig diese Meinung Reggio's irgend eine Beachtung verdient, glaubten wir dieselbe dennoch hier anführen zu sollen, um an einem Beispiele zu zeigen, wohin eine jede die Verpflichtungskraft des traditionellen Gesetzes negirende Bibelauffassung führt, wenn sie sich auch nominell dem Karäismus ebensowenig als den s. g. Reformbestrebungen der Gegenwart anschließt. Es muß nur befremden, daß Herr Reggio die von ihm empsohlenen, in einem der persönlichen Wahl anheimgestellten Satze bestehenden Tephillin auf Pergament geschrieben wissen will, da doch die Bestimmung, daß der Inhalt der Tephillin auf Pergament geschrieben sein muß, ,הלכך למשה מסיגי ist, Herr Reggio aber הל״מ nur als eine auf Unwahrheit bej ruhende Bezeichnung, nur als eine zur Täuschung dienende Fiktion betrachtet. j *) Die Karaer erkennen die 39 in der Mischna Schabbath VII. aufgszählten Arbeitsärten ebenfalls als durch das Gottesgesetz verboten an, und beobachten auch hinsichtlich vieler daraus zu ziehenden Folgerungen die Lehren der Tradition; auch manche durch das Vorbeugungsgesetz unserer Weisen untersagte Verrichtungen sind bei ihnen verboten, und sogar manches vollkommen Erlaubte ist bei ihnen am Sabbath nicht gestattet. **) Die Karaer beobachten allerdings manche religionsgesetzliche Vorschristen, welche in der geschriebenen Thora nicht ausgesprochen sind, und deren Berpflichtungskraft für sie nur Ln dem vonihnen סכל היחשה genannten ytj. Herkommen liegt, wodurch sie mit sich selbst in Widerspruch, und durch ihr

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