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Jeschurun · 1864-07-01 · Heft 10 (Juli 1864) · p. 333

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 10 (Juli 1864)
Article
R. David Nieto's Begründung der Tradition
Date
1864-07-01
Page
333 (sequence 7)
Language
German
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Uebersetzt und durch Anmerkungen erläutert von vr. Gugenheüner. 333 Zwei Fragen sind in diesem höchst wichtigen Gegenstände zu erörtern : 1) Ob es möglich ist, das schriftliche Gesetz ohne das mündliche zu verstehen? 2) Ob die Erklärung unserer Weisen dieselbe Gesetzeserläuterung ist, die Mosche am Sinai empfing? Nach Stellung dieser Fragen sagt K.: Die, welche die Göttlichkeit der Tradition leugnen, verhalten sich zu uns hinsichtlich dieser beiden Fragen theilweise übereinstimmend, theilwetse oppontrend. Sie stimmen mit uns überein, daß eine Tradition nothwendtg ist, um z. B. zu wissen, welcher Theil das Objekt der Beschnetdung ist, da dies in der schriftlichen Thora nicht angegeben wurde; ebenso, um zu wissen, ob der im schriftlichen Gesetze erwähnte Monat ein Sonnen- oder ein Mondmonat ist? Sre leugnen aber z. B. die für das Laub- Hütten-Gcbot geltenden Maßbestimmungen *), leugnen die den Stoff und die Form der Tephilltn betreffenden Vorschriften**) n. a. m. *) Die Sukka 2 a. und 16 a. LradirLen Bestimmungen, daß die Höhe der Laubhütte nicht weniger sei als 10 Handbreiten und nicht mehr als 20 Ellen, daß ihr Flächenraum nicht weniger als 7 Handbreiten Länge und 7 Handbreiten Breite enthalte, sowie die Bestimmungen über die Zahl der Wände und über die Verhältnisse, unter denen das Dach der Laubhütte als zur Pflichterfüllung ungeeignet werden muß. **) Hinsichtlich des Tephillingebotes sind unter den Traditionsleugnern verschiedene Meinungen; die Karäer und andere Leugner des mündlichen Gesetzes wie z. B. der Verfasser des קול סכל stellen die Verpflichtungskraft des Tephillingebotes ganz in Abrede, indem sie dasselbe in einem allegorischen Sinne deuten; Jsak Reggio, der in seinen unter dem Titel בחינת הקמלה erschienenen Anmerkungen ju קול סכל S. 107 flg. seine Leugnung der Tradition offen bekannte, und zu behaupten sich erkühnt, daß es den Tannaim und Amoraim gar nicht beifiel, an׳ die Göttlichkeit der Tradition Zu glauben, und daß die im Talmud vorkommenden Ausdrücke, welche Inder entschiedensten, unzweideutigsten Weise auf die Göttlichkeit der recipirten Gesetzeserklärungen und Jnterpretationsregeln Hinweisen, nur auf Täuschung beruhen; daß sämmtliche nachtalmudische Gesetzeslehrer entweder Mischna und Gemara nicht verstanden oder mit Priesterlist und hierarchischen Absichten das Volk (den המון!!) durch Entstellungen in Dummheit und Unwissenheit zu erhalten suchten — erklärt sich in seiner eben erwähnten Schrift S. 152 mit der karäischen und von den Reformern der Gegenwart getheilten Auffassung des Tephillingebotes nicht einverstanden, da er in demselben die Aufforderung zu einer äußeren Erfüllung erblickt, behauptet aber, daß es nicht gerade nothwendig sei, die ד' פרשיות, die vier Thoraabschnitte, in denen das Tephil-

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