Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1864)
- Article
- R. David Nieto's Begründung der Tradition
- Date
- 1864-07-01
- Page
- 332 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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332 R. David Nieto's Begründung der Tradition. ״es 4. B. M. 15, 32 heißt: ״Sie fanden einen Mann Holz lesen! ״am Ruhetage", durch ihr Ausgehen das Verbot: ״Niemand gehe ״heraus von seinem Orte" übertreten; dessen ungeachtet aber finden ״wir nicht, daß sie gestraft wurden"; hieraus ist ersichtlich, daß wir! auch zum Verständnisse dieses Verbotes auf die Tradition hinge-! wiesen find. Diese Schriftstellen bezeichnet R. David Niets in der! Vorrede als einige der unzähligen Beweise, ans denen mit Evidenz! hcrvorgeht, daß das Verständniß der schriftlichen Thora ohne die! mündliche Gesetzeserläuterung unmöglich ist. j R. David Nieto verfaßte sein p מטה in Form eines Dialogs! zwischen einem jüdischen Gelehrten (Chabcr) und einem Könige Kusar; erklärte aber ausdrücklich, von der Existenz eines Königs oder Reiches Kusar nichts zu wissen, und seine Schrift nur darum in einem Dialoge, dem er das Zusammentreffen der erwähnten Per- | sonen supponirte, verfaßt zu haben, um sich der Form des von R.! Jehuda Ha-Lewi verfaßten Kusri anzuschlkeßcn. Wir werden in unserer Uebersetzung das zur Scenerie des Dialoges Gehörende übergehen, die Gesprächsform aber beibehalten, und die bem Könige j Kusar in den Mund gelegten Aeußerungen mit K., die von dem j CH aber gegebenen Erörterungen mit CH. bezeichnen. s Der Verfasser theilte seine Schrift in fünf Dialoge ein; indem ersten beweist er aus der Bibel, daß zur Zeit der Propheten die traditionelle Gesetzeserläuterung existirt haben muß; in dem zweiten, daß es nicht denkbar ist, daß unsere Weisen die Erklärung der Thora und der einzelnen Gebote erdacht haben; im dritten, daß die Controversen unserer Weisen sich nicht auf die recipirten Grundsätze sondern nur auf dse Auslegung einzelner derselben bezogen; im vierten, daß unsere Weisen auf dem Gebiete jeder Wissenschaft brdeutende Kenntnisse hatten; im fünften wird zur Bestätigung das jüdische Kalenderwesen auseinandergesetzt. Am Beginne des ersten Gespräches klagt der König über das Umsichgreifen karäischer Anschauungen, spricht das innige Verlangen nach der zur Widerlegung derselben erforderlichen Belehrung aus, bezeichnet den von R. Zmmannel Aboab in spanischer Sprache unter dem Titel Nomologia geschriebenen Versuch einer Begründung der Tradition als ungenügend, und präcisirt die Erörterungen, die er wünscht, in folgender Weise: