Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1864-05-01 · Heft 8 (Mai 1864) · p. 273

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 8 (Mai 1864)
Article
Zum Kompert'schen Preßprocesse
Date
1864-05-01
Page
273 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2932754-2932933-2932942-2948715--08940-2948747
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Von Rabbiner vr. I. Gugenheimer. 273 den Glauben an einen persönlichen von David abstammenden Mefstas durchaus nicht in Abrede stellt. Ebensowenig als durch diesen Ausspruch wird jene Anschauung durch Albo unterstützt, auf den man sich zur Vertheidigung der den Messias als ״moralische Person" darstellenden -Annahme berufen zu können wähnt. Obgleich Albo den Mesfiasglauben nicht zu den Glauhensartikeln zählt, sagt er dennoch im 1. Kap. des I. Abschnittes Zeines Buches Jkkarim, daß der Jude zu dem Glauben an einen Messias ebenso verpflichtet ist, wie zu dem Glauben, daß Me Welt aus Nichts erschaffen wurde, obscho» auch dieser Glaube keine. Grundlehre des göttlichen Gesetzes ist, und erklärt überdies, daß -R. Hillxt durch seinen obenerwähnten Ausspruch gesündigt hat. Nach, dem 23. Kap. des I. Absch. ist derjenige, welcher nicht an die einstige Ankunst des Messias glaubt, ein מין Häretiker zu nennen. Im 42. Kap. des IV. Abschn. sagt Albo: ״Jeder, der an die,mosaisch? ״Lehre glaubt, ist verpflichtet, zu glauben, daß ein Messias ,,kommen werde. Weil nämlich in der Thora ausdrücklich,geWen ״wird,, den Worten des Propheten zu glauben: ״Auf ihn sollt ihr ״hören" (5. B. M- 18, 15), und Me.Propheten von, der AukMt ״des Messias weiffagten, so ist es klar, daß, wer nichk an .dem ״Messias glaubt, die,Worte der Propheten leugn.et, ״und somit , ein Gebot Übertritt." Die Frage, ob der MessiaSglaube zu den.Gruudlehren ,des Zu? denthums gehöre, ist daher eine ganz gleichgültige. Es . ist bekannt, daß seit Maimonides, der mit der. Aufstellung, von-Glaubensartikeln begann, diese von bedeutenden rabbintschen Auto» itaten bekämpft wurde, weßhalb jedoch keineswegs angenommen. werden kann, daß diese Autoritäten den Inhalt jener Glaubensartikel als minder - Mndend hielten; sondern die Opposition ,gegen die Aufstellung von Glaubensartikeln war nur hadurch veranlaßt, wesl! in Mhel nfld Talmud kein Grund zur Aufstellnug. von Fnndamentalartikelu zu finden ist, weil das Judenthumnicht 13 und nicht-.9 und .nicht-!3 Glaubensartikel kennt, sondern im Judenthüm jedes, einzelne - der pon Gott durch die Thora geosienba-rte,-Gebote mndLVerboteMeligionsgrnndsatz ist, und die Längrrnug irgend eines-Thoraverses phrr-ir-- gend eines jener GeundPerbote KeligiovSgrundsatz -ist, »jndrMe Läugnung irgend einer in der Thora, ljcgendeWAndeutrmg l oder einer-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.