Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1864)
- Article
- Zum Kompert'schen Preßprocesse
- Date
- 1864-05-01
- Page
- 271 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Von Rabbiner vr. I. Gugenheimer. 271 Völker zur Anerkennung der Wahrhaftigkeit der göttlichen Verhetßungen gelangen mögen. Hiedurch wird auch der scheinbare Widerspruch beseitigt, der sich aus dem Vergleiche zweier Stellen des Propheten Amos ergibt, Kap. 5 V. 2 sagte nämlich dieser Prophet: ״Sie fällt, wird nicht wieder aufstehen die Jungfrau Jtsrael" und Kap. 9 V. 11 befindet sich die von uns bereits erwähnte Verherßnng: ״Zu derselben Zeit werde ich auflichten die Hütte Davids, die verfallene." Diese beiden Verheißungen erklärt R. Mosche Jsserlö damit, daß Israel durch sich selbst oder um seiner selbst willen sich nicht wieder erheben können wird, daß aber Gott, um die Menschen zur Anerkennung Seines heiligen Namens zu bringen, die Wiedererhebung Israels bewirken wird. Auch diese Erklärung steht mit der von R. Joseph ausgegangenen Widerlegung des R. Hillel in vollem Einklänge; obgleich nämlich die Meinung des R. Hillel auf die angeführten Aussprüche des Propheten Jecheskel und Amos und auf die tu Jesaija 9, 6 nach der Ansicht des R. Jochanan liegende Andeutung sich stützt: ist dieselbe dennoch eineirrthümliche, weil nach der 5. B. M. 30 1 f. ausgesprochenen Lehre des Judenthums, Israel durch die wahrhafte opferwillige Rückkehr zum Gottesgesetze die Erlösung herbeizuführen im Stande ist, durch sein Verhalten also bewirken kann, daß die Erlösung auch um seinetwtllen stattfinde. Durch das Verhalten Israels kann der Eintritt der Erlösung sogar beschleunigt werden, was durch Jesaija bereits verheißen wurde, der Kap. 60, 22 im Namen Gottes verkündetes ״Zu ״seiner Zeit werde ich es beschleunigen", womit nach der Synhedrin 98 a. sich befindenden Erklärung des R. Jehoschua b. Levi angedeutet ist, daß, wenn Israel sich der göttlichen Gnade würdig macht, die Erlösung beschleunigt wird; wenn aber Israel vor der Erlösung sich derselben nicht würdig machen sollte, Gott zu der von Ihm bestimmten Zeit den Messias zur Erfüllung Seiner auf die Zukunft Israels Und der Menschheit sich beziehenden Verheißungen senden wird. Die erwähnten Prophctensprüche, auf die sich R. Hillel gestützt haben mag, sind demnach dahin zu deuten, daß, selbst wenn Israel sich der Erlösung nicht würdig machen sollte, selbst wenn, wie es schon vor mehr als drei Jahrtausenden bet den Israeliten Egyptens der Fall war, ein großer Theil Israels die Erlösung gar nicht wünschen ja sogar verschmähen sollte, dieselbe dennoch eintreten, schon rücksichtlich der im Kreise der Menschheit zu erzielenden Heiligung des göttlichen Na-