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Jeschurun · 1864-05-01 · Heft 8 (Mai 1864) · p. 268

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Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 8 (Mai 1864)
Article
Zum Kompert'schen Preßprocesse
Date
1864-05-01
Page
268 (sequence 16)
Language
German
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268 Zum Kompert'schen Preßprozeß. und 99 a erwähnten Satz des R. Hillel durchaus nicht gerechtfertigt werden kann, geht schon daraus hervor, daß dieser Ausspruch bet seiner Anführung im Talmud zurückgewiesen und als Versündigung gegen Gott erklärt wird. Die Deutung der Messiasprophetieen auf Gesammtisrael, die Meinung, daß man den Messias als ״moraltsche Person" sich vorzustellen berechtigt wäre, kann aber — ganz abgesehen davon, daß sie durch den erwähnten Ausspruch keine Rechtfertigung findet — mit demselben auch gar nicht verglichen werden; denn durch diesen Ausspruch wird die noch zu erwartende Verwirklichung der an die Erlösung geknüpften Verheißungen, die einstige Wiedervereinigung aller Zerstreuten Israels im heiligen Lande, das Wiedererstehen des Tempelheiligthums auf dem Zionsberge und die Erfüllung der in der Thora gebotenen Opfergesetze, die Wiederkehr sämmtlicher zur Begründung des in der Thora und den Propheten verkündeten Gottesreiches gehörenden Verhältnisse durchaus nicht in Abrede gestellt, und nach der eingehenden Erörterung, die Abarbanel in seinem Jeschuot Meschicho Th. II Abschn. I Kap. 3 über den erwähnten Ausspruch des R. Hillel gibt, wird in demselben auch das Auftreten eines zur Beglückung Israels und der Menschheit zu erwartenden Gottesgesandten nicht geleugnet, sondern blos im Hinblicke auf die von uns bereits angeführten Prophetieen Jeremis« 33, 17 und Jecheskel 34, 23, in welchen Bibelversen der zu erwartende Erlöser nicht als ״König" bezeichnet wird, behauptet, daß derselbe Israel gegenüber nicht König sein wird. Demgemäß wird in dem Ausspruche des R. Hillel auch die der davidtschen Nachkommenschaft bevorstehende Zukunft nicht negirt, sondern nur die Ansicht aufgestellt, daß der Sprößling Davids, durch den die auf unsere Erlösung sich beziehenden Verheißungen in Erfüllung gehen werden, zu Israel nicht in dem Verhältnisse eines Königs sondern in einer dem Verhältnisse der ehemaligen Richter entsprechenden Beziehung stehen wird. Diese Deutung Abarbanels erscheint auch durch den Wortlaut des erwähnten Ansspruches vollkommen gerechtfertigt, da in demselben der Ausdruck ״Gesalbter" gebraucht wird, und nach Horijoth II b., Kerithot 5 b. die Salbung mit dem hiezu bestimmten Oele bei einem Oberprtester und einem von David abstammenden Könige, nicht aber bei einem als Fürst oder Richter eingesetzten Oberpriester stattzusinden hat. (Ueber den Grund

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