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Jeschurun · 1864-05-01 · Heft 8 (Mai 1864) · p. 266

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Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 8 (Mai 1864)
Article
Zum Kompert'schen Preßprocesse
Date
1864-05-01
Page
266 (sequence 14)
Language
German
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266 Der Kompert'sche Preßprozeß. denselben gegen die messiantsche Deutung der beiden erwähnten Verse angeführt wird, zeigt uns, daß die messianische Auffassung der Stelle dem einfachen Wortsinne am meisten entspricht. Denn der einzige Grund, den Gesenius gegen Rosenmüller, der mit den erwähnten jüdischen Commentatoren die Stelle auf den Messias bezieht, geltend zu machen weiß, ist: ״Die Vorstellung von einem persönlichen Mes- ״sias ist in unserem Psendojesaijas nirgends ausgesprochen, und er ״hält sich blos an die allgemeinen messianischen Hoffnungen. Darum ״wird man diese abgerissene Stelle auch nicht von ihm erkären dür- ״fen." Auch diese Bemerkung ist für die höhere Kritik sehr charaktcristisch. Die Hypothese von einem Pseudojcsaija gewinnt durch die Annahme eines Widerspruches zwischen diesem und dem Propheten Jesaija an Wahrscheinlichkeit, wcßhalb es nicht befremden kann, daß von den Freunden jener Hypothese, wie es auch von vr. Grätz geschieht, behauptet wird, daß dem erilischen Jesaija Israel das Messiasvolk sei, und die davidische Nachkommenschaft, auf welche die meisten Propheten alle Herrlichkeit übertragen haben, vor der idealen Große Gesammtisraels verschwinde. Da nun dieser Annahme die obige Kap. 55 deutlich ausgesprochene Hinweisung auf einen Messias aus der Nachkommenschaft Davids entgegensteht, erklärt man wie wir bei Gesenius sehen, diese Stelle als eine ״abgerissene", die nicht auf den Messias bezogen werden könne, weil — die Vorstcllung von einem persönlichen Messias im Psendojesaijas nirgends ausgesprochen sei. — Mit derartigen im Kreise sich bewegenden Deduktionen ist es leicht, alles zu beweisen, was man eben bewiesen haben will. Ein anderer von Knobel gegen die messianische Erklärung aufgestellter Grund, -daß die dem David verheißene Huld dem Volke überhaupt zugesagt sei, während sie, wenn vom Messias die Rede wäre, diesem zugesagt sein würbe, beweist gar nichts du derselbe — abgesehen von den diesem Einwurfe bereits begegnenden Erklärungen Raschi's und Kimchi's — schon darum unhaltbar ist, weil durch die Verwirklichung der messianischen Prophetien sowohl die dem israelitischen Volke als die dem Hause Davids gewordenen Verheißungen in Erfüllung gehen, und die Beglückung des jüdischen Volkes, wie aus den oben angeführten Prophetieen hervorgeht, der * Art an die Restitution der davidische» Dynastie geknüpft ist, daß elftere ohne die letztere nicht gedacht werden kann, es daher gar

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