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Jeschurun · 1864-05-01 · Heft 8 (Mai 1864) · p. 262

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Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 8 (Mai 1864)
Article
Zum Kompert'schen Preßprocesse
Date
1864-05-01
Page
262 (sequence 10)
Language
German
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262 Der Kompert'sche Preßprozeß. auf dieselbe ein, so sehen wir, daß zu den Voraussetzungen, aus de- A neu die Hypothese von einem Pseudojesaija beruht, die Annahme gehört, daß Jesaija vom babylonischen Erike nichts weissagte. Dieser i Voraussetzung steht aber das 39. Kapitel mit seiner ernsten, be- ] 1 stimmten Hinweisung aus das babylonische Ertl entgegen. Wie läßt f £ sich nun jene Voraussetzung mit dieser Verheißung vereinigen? Die 1 * höhere Kritik kömmt wegen Beantwortung dieser Frage »ich in Verj ״ legenheit, weil die Prophetie: ״Siche, eS kommen Tage, wo alles,; * ״was in deinem Hause ist und was deine Väter aufgesammelt bis; * ״ans diesen Tag, nach Babel weggeführt wird; es wird nichts; * ״übrig bleibe», spricht Gott", genau in Erfüllung ging, und es j 1 mit den bereits erwähnten von der Kritik über Prophetie aufgestell- : i ten Begriffen nicht verträglich ist, daß ein Prophet mehr als 120 i Jahre vor dem Eintritte eines Ereignisses dasselbe bestimmt voraus i 1 wisse: darum behauptet die höhere Kritik, daß der Verdacht da sei,! daß jene Verheißung, nach welcher Jesaija den Eintritt des babylonischen Erils als zuverlässig voraussagte, erst im Exil, erst nach! dem Eintritte jener Weissagung bestimmter ausgedrückt sein möge, i als es ursprünglich ausgesprochen war, wie überhaupt diejenigen!! Stellen des sogenannten ersten Theiles Jesaijas, die auf die Verj Wüstung Jerusalems und die Zerstreuung der Juden Hinweisen, der Hypothese daher entgegenstehen, als unächt und erst im Exil verfaßt f erklärt werden. In solcher Weise macht cs sich die höhere Kritik sl sehr leicht, die Etnwändc, die sich gegen ihre Aufstellungen erheben, zu beseitigen: die der Hypothese entgegenstehende Weissagung wird kurzweg als gefälscht erklärt, und die Voraussetzung, von der man ausgegangcn, erscheint wieder aufrechtcrhalten. Wir haben ebenfalls keinen Grund anzunchmen, daß jesaijanische, das Exil verkündende Weissagungen verloren gingen; daß aber die von Gesenius ausgesprochcne Verdächtigung der Weissagung mindestens ebenso willkürlich als jene Annahme ist, wird kein Unbefangener in Abrede stellen. Ebenso unhaltbar ist ein anderer Grund den Gesenius anführt, indem er sagt: ״Unser Prophet (d h. derjenige, dem die letzten 27! Kapitel des B. Jesaija zuzuschreiben sind) beruft sich auf frühere Weissagungen über die Rückkehr des Volkes aus dem Exil, die jetzt . eingetroffen waren, und denen ״er nur neue beifüge. (42, 9. 45, 19. 21. 46, 10. 48, 16.) Setzt dies nicht eine» späteren, mit den!

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