Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 7 (April 1864)
- Article
- Sinai photographirt [Rezension]
- Date
- 1864-04-01
- Page
- 242 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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,Sinai photographirt. 242 verschiedene Koppen sich noch lange um den Namen und die Ehre streiten mögen, an welchem der SerbLl wohl allein das ausschließliche Recht hat. Herr Förster hatte überdies Gelegenheit als experimeritum crucis jn untersuchen, ob durch die jetzigen arabischen Be- Nennungen von Orten dieser geweihten Gegend, kein Licht über diese Frage zu erlangen ist. Auf Burckhardt's Karte fand er nun Zebejr, als den Namen eines Fclsvorsprungs unmittelbar am Fuße des Berges SerbLl. Da ihm dieses Wort unbekannt war, so nahm er sein arabisches Lexikon zur Hand, kaum vermuthend, wie er sagt, daß es für die biblische Erzählung irgend von Bedeutung sein würde. ״Ich überlasse es dem christlichen Leser", sagt er, ״an sich selbst die Gefühle zu ermessen, die mich bewegten, als ich erst das Wort selbst und dann die folgende Erklärung dazu fand: — ״Ayzebir, Mons in quo loquutus Moysi fuit Deus.“ Richards»!! wiederholt diese Erklärung (von Golius): ״Zabir, der Berg, auf welchem Gott zu Mosis redete.' Der Leser wöge noch erwägen, daß der Ortsname Zcbeir bei Burckhardt und daS Arabische Wort Zabir bei Golius von einander ganz unabhängig sind. Die arabischen Lexikographen nehmen nicht den geringsten Bezug auf diesen Ortsnamen, der bis zum gegenwärtigen Augenblicke gänzlich unberücksichtigt geblieben ist. Sie gaben die Erklärung lediglich als einen alten Eigennamen deS Berges Sinai — als synonyme Bezeichnung für ״den Berg GotteS." ES ist ferner beachtenSwerth, daß vor dem sechsten Jahrhundert kein Zweifel über diesen Gegenstand obgewaltet hat. Bis zur Zeit, als Zustinian lein Kloster von St. Katharina auf dem Berge, der von da ab diesen Namen trägt, baute, ward durch die volle Ucbereinstimmung aller Traditionen, der SerbLl, als ״der Berg Gottes" angesehen. Die vorjustintanische Tradition ist wenigstens das unparteiische Zeugniß der ersten Kirche, welches, wie wir wohl rinschalten dürfen, ohne Zweifel auf jüdischer Tradition beruhte; eine rivalisirende Ansicht ist weder bei Josephus, noch Philo zu finden. Was indessen die Frage über den wirklichen Sinai betrifft, so beharren unsere neuen Reisenden und Schriftsteller noch immer in der Ansicht, alö ob die Kirchcngcjchichte und Mvnchsüberlieferung von gleichem Wcrthe wären. Die Herrn Robinson und Stewart, welche die Inschriften als das Werk anderer Hand und einer viel spätern Zeit erklären, gestehen dennoch beide zu, daß bis zum sechsten Jahr-