Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 7 (April 1864)
- Article
- Herr Rabbiner Horwitz in Wien
- Date
- 1864-04-01
- Page
- 224 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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224 Herr Rabbiner Horwitz jn -Wien. nicht die leiseste Erwähnung, geschweige eine ,Erklärung. Und das Gericht, vor welchem eine Zeugniß abgelegt worden, -ist doch, sollen wir meinen, die erste competentc Behörde über Wortlaut und Sinn des Zeugnisses, das vor ihm abgelegt worden. Wie muß nun das Zeugniß des Herrn R. Horwitz gelautet haben, in welchem Zusammenhange muß es ausgesprochen worden sein, und in welchem Sinn muß e,s sich dem k. Gerichtshöfe dargestellt haben, wenn dieser darauf seinem Nrthcil die durch Zeugen beschworene Thatsache zu Grunde legen konnte: das orthodoxe Judenthum, also dasjenige Judenthury, welches die Welt und die Geschichte das orthodoxe nennen, sei eine sich vom Gesammtjudenthum scheidende Sekte, die darum die,gesetzliche Anerkennung im Kaiserstaate nicht genießt!! Das ist der Kern der Sache und alles Andere irrelevant und von untergcordneter Bedeutung. Was will das demgegenüber bedeuten, wenn Herr R. Horwitz d,em jüdischen Kreise gegenüber in hebräischer Sprache seine Allssage dahin rcktificirt, er habe hinsichtlich des Messias ansgesagt: jeder,Jude glaube mit vollstem Glauben an die Ankunft eines persvnlichen Messias und dieser Glaube wurzele fest in dem Herzen eines Zehen, wi? aber, und wqnn er kommen werde, sei uns verborgen und nur Gott allein bekannt (כל יהודי מאמין באמונה שלמה בכיאח משיח איש" ,פערזאנליכען משיה ,והאמונה הזאת מושרשת מאור בקרב כל איש ולב עמוק, איך ומתי יבא כמום מאתנו ונודיע בלחי לה׳ לברו) und sodann weiterhin sich mit der Frage au uns wendet, ob er denn auch gesagt habe, daß ein den Messias-Glauben leugnender Jude noch ein gläubiger Jude genannt werde (ההגרתי אשר גם האיש המכחיש כאמונת המשיח בשם ישראל מאמון מכונה). Eben diese sich stillschweigend verklansulireiide Aussage mußte ja den Gerichtshof zu der Annähme bringen, in diesem ״wie" sei auch die Frage ob persönlich oder nicht hersonlich begriffen, denn das war ja ausschließlich der Gegenstand her Frage — (und wir haben bereits in unserm früher» Artikel bemerkt, ein nichtpcrsvnlicher Messias sei eben gar kein Messias) — das wirkliche Judenthum, das Gesammtjudenthum wie es das Gerichtsurtheil nennt, habe gar nichts Präcisirtes, habe nur ganz allgemeine Glaubenscategorien, die sich jeder beliebig ausfüllen könne, und das jüdische Bekenntniß, das sich an ein Präcisirtes halte,