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Jeschurun · 1864-02-01 · Heft 5 (Februar 1864) · p. 172

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 5 (Februar 1864)
Article
Der Kompert-Grätz'sche Preßprozeß
Date
1864-02-01
Page
172 (sequence 5)
Language
German
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172 - Der Kompert-Grätz'sche Preßprozeß. gleichstehe? Und da wagt man öffentlich zu erklären, es gebe in der | heutigen Judenheit kein Schisma, keine religiöse Zerklüftung wie sie f innerhalb der christlichen Kirchengenossenschaften besteht? Gebe überj Haupt keine Normen, nach denen man den ״orthodoxen" von dem ״nichtorthodoxen" Juden unterscheiden tonne? Wahrlich, man braucht nicht in die Gemüther inquisitorisch hineinzublicken, um die Thatsache der tiefsten, einschneidendsten Kluft vor Augen zu haben. Da steht die große Menge derer, die den Sabbath öffentlich verletzen, die sich im Hause wie im Hotel über alle Speisegesetze hinwegsetzen, für die es keine jüdischen Kenschheitsgesetze mehr gtebt, diejenigen, die selbst 1 ihre Kinder nicht mehr beschneiden lasten, die das mosaische und f rabbinische Gesetz überhaupt, dessen Anerkennung allein den Juden j zum Juden macht, für antiquirt erklären, diejenigen, deren ganzes specifisch jüdisches Wesen in die Geburt, den Todesacker und hochstens noch in eine Andachtstunde am Versvhnungstag aufgeht, — und j alle diese stünden auf einer Linie mit denen, denen nicht nur der t Sabbath, die Speise- und Kenschheitsgesetze, die Beschneidnng und ß her Versöhnungstag, sondern überhaupt das ganze mosaische und rabbinische Gesetz als ewige unverbrüchliche Norm für alle Zeiten gilt? Da seien die von dem Gesetze Abgefallenen von den dem Ge- 1 setze treuen Juden nicht durch eine viel tiefere Kluft geschieden, als der Lutheraner von dem Reformirten, ja als diese beiden von dem s- Katholiken? Wie Ja und Nein stehen sie sich einander gegenüber— | und da wäre das nur ״ungefähr so wie das Verbältniß des Geschäfts- | mqnncs, der nicht so streyge Grundsätze vertritt, zu dem Juristen"? E Nicht wie die Theorie im Moralgesetze zu der Praxis, wie die Anerkennung des Moralgesetzes zu, der Leugnung desselben steht der i'J 3sthe, der in dem jüdischen Religionsgesetze die durch nichts zu ab- •I Mirende Lebensnorm erkennt, zu demjenigen, der sich nicht durch dieses Gesetz gebunden achtet. Es ist nicht blos der Glaube, es ist esst das Gesetz, das den Juden zum Juden macht. Es ist dies eine j k.lqglicho Verwechselung der Juden Heft und des Juden th u m s. Der | Juhenheit gehören sie alle, auch die fernsten Nuancen an. Alle sind 4 rnd bleiben — ihrer Bestimmung nach —- Inden, wie auch | getaufte Jude nqch. jüdischem Begriff noch Jude ist; weil eine 1 ^ch die Geburt von Gott erthcilte Bestimmung durch keine Men- V

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