Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1864)
- Article
- Der Kompert-Grätz'sche Preßprozeß
- Date
- 1864-02-01
- Page
- 173 (sequence 6)
- Language
- German
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Det Koürpexi-Orätzffche Preßprozeß. \Y^ schenwillkur beseitigt werden kann. Allein dem Indent-hm m habeü sie sich entfremden Und nun endlich der persönliche Messias! Ist es nicht eine wahre Gaukelei zu sagen: ״Rücksichtlich der Messianischen Lehreste-, hen alle Juden auf demselben Standpunkte, nur daß der Eine sich ihn mehr. als moralische Person denkt, der Andere hingegen ihm mehr einen persönlichen Charakter beilegt." Das ist ganz so viel, als: hinsichtlich der Messiaslehre stehen alle Juden auf einem Stand- Punkte, nur daß der Eine die zu erwartende A!:kunft eines Messias glaubt, der andere sie leugnet. Eine moralische Person ist eben gar keine Person und ein moralischer Messias ist eben gar kein Messias. Der von den Propheten verkündete, in die Nationalgebete der Judenheit feit ihrem ׳ersten Exil als Ziel aller jüdischen Hoffnungen verwebte persönliche Messias des Judenthums, ist die zu erwartende Wiederherstellung des jüdischen Reiches im heil. Lande durch einen und unter einem Sprößling des Davidischen Königshauses, wo dann von Zion aus die Erleuchtung der Gesammtmenschheit und die Vereinigung derselben zum ewige:: Frieden unter der Herrschaft des Einen Emzigen Gottes und seines heiligen Willens ausgehen werde. Die moderne Lehre von einem nicht persönlichen Messias leugnet die Verwirklichung dieser jüdischen Hoffnungen und verflüchtigt den jüdischen Messias in die Vorstellung einer zu erwartenden Zeit der allgemeinen Erleuchtung der Menschheit ohne die Wiedevsammlung der jüdischen Zerstreuten auf einheimischem Boden zum Gottesvolke unter der Leitung des Sohnes Davids, und steht somit ebenso wie hinsichtlich des Gesetzes so hinsichtlich dieses Glaubens der orthodoxen Judenheit, d. h. der jüdischen Judenheit wie Nein dem Ja gegenüber — und da wagt es ein Prediger, ein Rabbiner zu bestätigen, der Glaube an einen persönlichen Messias gehöre nicht zu den Ueberzeugungen der orthodoxen Juden?! Diese schneidenden, und sich einander aufhebenden Gegensätze sind einmal vorhanden. Wir mögen sie beklagen, wir mögen deren Lösung auf dem Wege geistiger Kämpfe durch die Macht der Ueberzeuguug herbeiwünschen, und dagegen ein jedes Einschreiten politischer Gewalten aus tiefem Grunde bedauern. Allein ihre Existenz leugnen oder wahrhcitöwidrig als bedeutungslos vermänteln wollen, wäre ebenso heillos als nutzlos, und würde die an Gegensätzen kranke