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Jeschurun · 1864-02-01 · Heft 5 (Februar 1864) · p. 170

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Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 5 (Februar 1864)
Article
Der Kompert-Grätz'sche Preßprozeß
Date
1864-02-01
Page
170 (sequence 3)
Language
German
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170׳ Der Koinpert-Gratz'schs Preßprozeß. kehr nur der kleinste Theil Gebrauch machte, das gerade Gegentheil constatiren. Der Hypothese zu Liebe müssen die mit Esra Zurückkehrende» die gottbcgeisterten Erlesenen der Nation gebildet haben, die Zurückgebliebenen aber dem babylonischen Göttercultus verfallen gewesen sein, die dem Verf. gleichwohl, bezeichnend genug ״die nüchternen, wohlgesinnten, gegen das Ideale gleichgültige Naturen sind, die cs zu jeder Zeit gab" — obgleich in Wahrheit die Zurückkehrenden keineswegs die Elite der Nation bildeten und die große Mehrzahl, die in Babylon verharrte, so wenig dem jüdischen Leben und dem jüdischen Geiste sich entfremdete, daß vielmehr dort die Wissenschaft des Gesetzes, diese Lebensscele des jüdischen Volkes, eine so unausgesetzte Pflege behielt, daß noch zu den Makkabäer-Zeiten, als dieselbe dnrch die Bedrängniß der Zeit in Palästina in Verfall gerathcn, und ebenso auch in noch späterer Zeit, gerade von Babylon aus wieder zu neu anfblühendem Leben gebracht wurde. Wegen dieser Gebrechen — und sie treffen den Kern des Artikels — würde derselbe vor jeder jüdischen, und ebenso vor jeder rein Wissenschaftlichen Zury nur Verurtheilung zu gewärtigen haben. Mein gerade hinsichtlich desjenigen Punktes, der den Anklagepunkt der k. k. Staatsanwaltschast bildet, hinsichtlich der Beschuldigung, den jüdischen Glauden an einen persönlichen Messias nicht nur geleugnet, sondern ihn zu einer Chimäre gemacht zu haben, die zu religiöser Schwärmerei führe, muß jeder der den Artikel liest, ihn, so weit es die jüdtscheMessiaslchre betrifft, fr ei sprechen. Die incriminirtePhrase bezieht sich nicht auf den persönlichen Messias überhaupt, sondern auf den leid enden Messias. Der leidendeMessias bildet aber keinen Bestandtheil des jü bischen Messias-Glaubens. Und wenn gleich der ganze Artikel dem Glauben an einen persönlichen Messias nicht gerade Vorschub leistet, so ist doch keineswegs eine direkte Leugnung desselben darin enthalten, vielmehr gesteht derselbe zu, baß ״die meisten Propheten" die messtauische Herrlichkeit auf eine ״königlich davidische Nachkommenschaft Überträgen" — und das ist doch der persönliche jüdische Messias — und meint nur, seinem Phantasie-Propheten ״verschwinde dieser von der idealen Größe der Gesammtheit." Selbst wenn daher die literarischen jüdischen Interessen unter den Schutz staatlicher Prcßgerichte gestellt sein sollten — wovor uns der Allgütige in seiner Gnade bewahren wolle — so böte der Artikel hinsichtlich des Mrs-

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