Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1864)
- Article
- Der Kompert-Grätz'sche Preßprozeß
- Date
- 1864-02-01
- Page
- 169 (sequence 2)
- Language
- German
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Der stompert-Grätz'sche Preßprozeß. 169 Munde solcher Männer ergangen, die durch ihre Stellung zur Repräsentanz des Judenthums in der Hauptstadt eines großen Kaiserreiches berufen sind, und gegen welche auch wir unsern lautesten Protest einzulegen uns verpflichtet fühlen. . , Wir geben im Beiblatte ein kurzes Resum6 dieses Prozesses, von welchem unfern Lesern gewiß schon ohnehin die Kunde geworden. Wer den incriminirten Artikel des ״Jahrbuches für Israeliten" liest, sieht auf den ersten Blick, in welch völlig unbegreiflicher Weise diese ganze Prozeßfrage eben durch die Vertheidiguug und die sich ihr anschließenden Zeugenaussagen die kläglichste Verschiebung erlitten. Wir haben den Artikel ״die Verjüngung des jüdischen Stammes von Dr. Grätz" gelesen. Das Zudenthum und die Wissenschaft must den Stab über ihn brechen. Das Zudenthum, weil er auf der Hypothese eines Pseudo-Jesaias oder exilischen Jesaias basirt, jener Annahme nämlich, der die letzten 26 CapiLcl des Jesaias, insbesonbete diejenigen, die von der Restauration unter Cyrus handeln, nicht von dem Propheten Jesaias aus den .Zeiten Hiskija^s, sondern von irgend einem unbekannten Zeitgenossen des babylonischen Exils und der Freigebung unter Cyrus herrühxen, und ex eventu oder post eventum verfaßt sein, einer Annahme, die ihrerseits wiederum nur her Leugnung einer jeden speciellen Prophetie ihren Ursprung verdankt und somit d,ie vom Judenthum hochgehaltenen Grundsätze, )hinsichtlich der Prophetie und der Authenticität des heil. Canons in gleicherweise verleugnet. Die Wissenschaft, weil der Vers. in feiner bekannten Manier, der Hypothese zu Liebe, die offenkundigsten historischen^Hatsachen entstellt, oder wo dies nicht ausreicht, der Phantasie den Criffel überläßt und geradzn erfindet. Das Kap. 53 des Jesaias, das in erschütternder Weise die Leiden, Mißhandlungen und Erniedrigungen schildert, wie siedas Loos des jüdischen Volkes in der spntern europäischen Diaspora geworden, muß. der Hypothese zu Liebe die Zustände im babylonischen Exil^vor Augen haben, obgleich die Geschichte von solcher drückenden und höhnenden Mißhandlungen in Babylon nichts weiß, die Weisung des Jeremias dort Häuser zu bauen, Ackerbau zu treiben, heiteres Familienglück zu genießen .und sich aus vollem Herzen dem Staate anzpschließen HJer. 29), Daniel nnd^ seine Genossenam KLnigShofx, und erchlich die Thatsache, haß von.dev..HrlauhMzur^ Rück-