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Jeschurun · 1864-02-01 · Heft 5 (Februar 1864) · p. 166

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 5 (Februar 1864)
Article
Die Natur und die Bibel in der Hand der materialistischen Weltanschauung
Date
1864-02-01
Page
166 (sequence 22)
Language
German
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Ißß Die Natur und die Bibel in der Hand Waren cs denn Arier oder Semiten, die das Christenthum begrünbeten? Ist denn nicht das Christenthnm von den Juden ausgegan-, gen, waren sein Stifter nnd dessen Sendboten nicht Juden? Und hätte auch das System durch Verwandlung des reine» mosaischen Monotheismus in polytheistisches Heidenthum sich glücklich gerettet, ging cs nicht dann gleichwohl an der Erscheinung des Christenthums in Mitte dieses mosaisch polytheistischen Volkes zu Grunde? Wäre ja dann unter demselben Himmelsstrich und demselben, in arge Derchrung des grimmigen Wüstenherrn und einer Schaar zahlreicher Götter versunkenen Volkes, mit einem Male der Monotheismus zum Siege gelangt!! Allein es ist ja durch und durch eine durch die christsichcN Urkunden selbst widerlegte Unwahrheit, daß das Christenthum den Monotheismus unter den Juden zum Siege verholfcn hätte, oder auch nur hätte verhelfen wollen. Nicht den Juden, sondcrn den Heiden wollten die Sendboten des Christenthums einen Strahl von der mosaisch monotheistischen Wahrheit bringen. Der reine mosaische Monotheismus der Juden fand sich vielmehr durch die Trinität der christlichen Lehre getrübt und gefährdet, und mußte diese Lehre daher auf eine große Propaganda unter Juden von vorn herein verzichten. Ist cs daher wahr, daß die Juden von den Sendboten des Christenthums Wunder, die Griechen aber Weisheit gefordert, so wäre dies etwas ganz Natürliches gewesen. Die Botschaft dieser Sendboten enthielt zwei Elemente, ein Wunder und eine Lehre. Das Wunder, die Menschwerdung Gottes, war den Heiden nichts Neues. Wie wir von dem Dichter-Heros unseres Jahrhunderts, kannten sie ja eine ganze Galerie weiblicher Sterblichen, eine Danae, eine Semele, eine Jo rc., denen ihr ״Theos oder Deus" seine Gunst geschenkt und mit denen er Sohne gezeugt. Das Wunder der neuen Botschaft war also den Griechen nichts Neues, allein die Lehre war es. Und wenn selbst der Eine Tropfen aus dem Born des ״semitifchen Mosaismus", selbst in der Trübung in welcher ihn die christlichen Sendboten überbracktcn unter den ״arischen Völkern" durstende Gemnther finden konnte, so muß denn doch in diesem ״semitischen Mosaismus" eine freimachendc, beseligende, blickvsfnende, herzwekkende Kraft liegen, die die arische Menschheit aus all ihrer Theos- und Deus- und Tyr- und Bog-Weishcit Nimmer zu schöpfen vcrmocht. Den Juden hingegen war die Lehre, die die Apostel zu brin-

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