Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1864)
- Article
- Die Natur und die Bibel in der Hand der materialistischen Weltanschauung
- Date
- 1864-02-01
- Page
- 165 (sequence 21)
- Language
- German
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der materialistischen Weltanschauung. 16g enthalten und fordern, als das, worin die Menschen ihre eigene Erkenntniß und Beruhigung wiederfanden. In den Mittelpunkt aber des üppigsten polytheistischen Göttercultuö mit ״-allen seinen sinneschmeichelnden Ausschweifungen — zwischen Egypten und Vorder- Asien — stieg aber der Monotheismus zur Erde und feierte seinen ersten Triumph für die Mcnschhekt, indem er sich das ״hartnäckigste", das am wenigsten leichtgläubige und leichtgefügige Volk für seinen Träger und Herold eroberte! Das wäre das Resultat, solange man nicht die urkundlichsten Thatsachen aus dem Wege zu räumen im Stande ist. Allein ein solches Resultat ist unbequem. Es dokumentirte den Gott in der Geschichte, den ׳man bereits aus der Natur gebannt. Es ist daher unbequem für eine jede Welt-Anschauung, für welche ״die Welt den Grund aller ihrer Gestaltungen in sich selber tragen soll", unbequem für jede, der alle Religion nichts als physiologisches Erzeugniß der Menschheitentwickeluug sein soll, im höchsten Grade aber unbequem für ein System, das mit solcher Emphase alle Religionen der Völker zum climatischen Kulturgewächs ihrer meteorologischen und topographischen Umgebung machen möchte und nun wächst ihm gerade aus einem Boden, dessen Himmel und Erde ringsum das Heidenthum in seiner üppigsten Erscheinung erzeugten, der Monotheismus in seiner reinsten Gestalt zu einer Welten überschattenden Riesen-Cederhervor! Da hilft man sich leicht. Thatsachen, die man nicht verdauen kann und an denen das System scheitern konnte, verleugnet mau, macht den Monotheismus zum Potytheismus, Moses und die Propheten zu Götzen- und Baals-Berehrer, den mosaischeu Gott zur grimmigen Wüstenfrahe, die alten Israeliten durchweg zu allen Zeiten zu Heiden, und wenn gleich die Urkunde des Moses und die biblischen Schriften dem ganzen Wahnwitz mit jeder Zeile Lügen strafen — thut nichts, das System darf an alten Pergamentrollen nicht zu Schanden werden — Eine solche, dem ״System" zu Liebe Alles umstnlpende Gedankenlosigkeit ist es denn auch, die ganz gemüthlich mit dem Satze schließt: ״Ueberhaupt herrschte bei den Semiten die Einbildungskraft vor, daher als das Ebristenthum begründet ward und damit der Monotheismus zmn Siege gelangte, es die Juden waren die Wnnder von her neuen Lehre forderten, die Griechen aber Weisheit!"