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Jeschurun · 1864-02-01 · Heft 5 (Februar 1864) · p. 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 5 (Februar 1864)
Article
Die Natur und die Bibel in der Hand der materialistischen Weltanschauung
Date
1864-02-01
Page
164 (sequence 20)
Language
German
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!64 Die Natur und die Bibel in der Hand und Pein in allererdenklicher Gestalt seine monotheistische Treue glänzend bewahrt und bewährt, wie nicht minder die Jahrbücher der Geschichte bis in die neueste Zeit hinein bezeugen. Alles dies sind die urkundlichen Thatsachcn über Israels Beziehungen zum Heidenthum und Monotheismus. Thatsächlich beginnt die Geschichte des Volkes Israel mit einem Gegensatz. Mit einem monotheistischen Gesetze, das die Gestaltung deS ״ganzen Einzeln- und Volkslebens unter dem ausschließlichen Einflüsse dieses Gesetzes fordert, und einem ״hartnäckigen" Volke, das sich noch vielfach im Gegensätze zu diesem Gesetze befand und erst nach vielhundertjährigern Schwanken zwischen Treue und Abfall sich cndli '!׳׳ für immer dem Monotheismus und seinem Gesetze ergab. Und was folgt für den vorurtheilsfreicn Denker aus dieser historisch einzigen Erscheinung? Daß der Monotheismus, der bestimmt ist die Welt zu gewinncn, damit begann, sich erst Ein Volk zu erobern. Es ergiebt sich aber zugleich ebenso folgerichtig daraus, daß, wenn alle übrigen Reltgionslchren und Gesetze, wie alle menschlichen Institutionen, als Kinder ihrer Zeit und Erzeugnisse der Menschen, ans den zeitlichen Anschauungen der Völker hcrvorgegangen, diese Religion und dieses Gesetz einen außcrmcnschlichen Ursprung haben müsse. Es ist ja die einzige Religion, das einzige Gesetz, zu denen das Volk unter dem sie hcrvortraten, in offenbarem Gegensatz sich befand. Gerade die schwer zu überwindende ״Hartnäckigkeit" dieses Volkes, über die seine Urkunden selber klagen, gerade der vielhundertjährige Kampf, den das mosaische Gesetz mit diesem Volke erst zu bestehen hatte bis es es endlich völlig besiegte, gerade sie sind die offenbarste Dokumentjrung seines hohem Ursprungs. Wäre das jüdische Volk von vornherein mit seiner Religion in Einklang gewesen wie etwa der Inder mit seinen Veda's, der Hellene mit seiner Götterlchre, der Teutone mit den Dogmen seiner Druide», es hätte auch diese Neligion lediglich als Erzeugniß des damaligen Bewußtseins dieses Volkes erscheinen dürfen. Das! sich bet den heidnischen Völkern nichts von dem ״Aufruhr k." wie bei den Israeliten, gegen ihre Götter und deren Anforderungen sinket, worauf der Verfasser diese so glorisicirend hinweist, ist ja ganz natürlich. Woher sollte bei diesen Nationen ein solcher Widerspruch komme»? Waren diese Religionen ja aus ihrem .Bewußtsein entsprungen und konnten nichts anders

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