Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1864-02-01 · Heft 5 (Februar 1864) · p. 160

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 5 (Februar 1864)
Article
Die Natur und die Bibel in der Hand der materialistischen Weltanschauung
Date
1864-02-01
Page
160 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2932754-2932933-2932939-2948547--08792-2948582
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

160 Die Natur und die Bibel in -er Hand aller Gauen und aller Zeiten htneinzusiugen/ dessen Harfenton jede Psalmhymne entlehnt ist, die noch heute ans weiter, weiter Erde in Ost und West/ in Süd und Nord, in den Choren׳ der Kirchen und Tempel, wie in der stillen Kammer der Vereinsamten, Geister und Gemnther zu ihrem Gott erheben, und dessen bcwußtvolle Aufgabe so wie keines Sterblichen fönst von Jahrhundert zu Jahrhundert zu einer immer Völkern Verwirklichung reift, David, aus dessen Psalmen wir daher — im Hinblick,aus diese Lästerung — geflissentlich die׳ meisten Stellen zur Beleuchtung der grimmigen Wüstenherrü- Larve ausgezogen, muß gar David, der gottbegcistcrte Sänger der Psalmen geradezu, zum Baals-Diener werden, obgleich wieder — kurioser Weise nicht einmal der Name dieses Götzen weder in der Geschichte Davids noch in seinen Psalmen, auch nur ein einziges Mal vorkommt! Müssen endlich selbst die Propheten, die überall mit der niederschmetterndem Gewalt ihres Wortes dem Götzenthum in jeglicher Gestalt cntgegentreten und ganz eigentlich gesandt waren, das endliche Verschwinden der Götter von, der Erde und die endliche Anerkennung und Herrschaft des Alleinen über die ganze Erde׳ als Mörgenröthe, Ziel und Lösung aller menschcngeschichtlichen Entwicklung zu verkünden, müssen selbst diese unerreicht einztgen Boten des Alleinen, den Herrn der Heerschaaren nicht als den Einen Einzigen, sondern nur als den. Höchsten unter der zahlreichen Menge ihrer Gottheiten verehrt haben! — So׳ steht es mit den geschichtlichcn Thatsachen, auf welche man ״Weltsysteme nach den Gesetzen des Denkens" erbaut! < Es. ist im Grunde dieselbe ,Leichtfertigkeit, dieselbe kurzsichtige Voreingenommenheit,, dasselbe Vor-Urtheil, das in dem Gebiete.-der Natur wie der Geschichte den Blick verwirrt, die Augen geflissentlich schließt, und unter dem Vorgebe», nur aus Thatsachen seine Ergehnisse zu folgern, das Ergebniß schon im Vorhinein fertig,, nur für diejenigen Thatsachen ein Auge hat , die, dem Ergebniß beguem liegen, die andern aber entstellt oder ignorirt und so, statt-Thatsachen die,, Mütter der Schlußfolgerung sein zu lassen, die fertigen Schlüsse sich die, Thatsachen - wohl.-oder übel mundgerecht machen läßt. Nur daß z. B. die Blätter einer Bibel vernehmlicher reden und rascher und entschiedener gegen Mißhandlung protesttren^ als die, Blätter

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.