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Jeschurun · 1864-01-01 · Heft 4 (Januar 1864) · p. 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 4 (Januar 1864)
Article
Aus der Gegenwart
Date
1864-01-01
Page
125 (sequence 6)
Language
German
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Bon S . . . 125 sorgen" und ohne Werner eines Blickes zu würdigen, eilte er fort. Aber die, der seine Worte galten, batte sie nicht vernommen; bewusttloß lag sie in ihrer Mutter Arm. ״Weib" knirschte Werner Kupplerin deiner eigenen Tochter, bei Gott es soll dir nicht gelingen, noch in dieser Stunde entferne ich sie von dir für Jahre." Doch angstvoll bemüht, ihre Tochter wieder ins Leben zu rufen, achtete sie seiner nicht, als aber Aurelie noch inuner die Augen nicht aufschlug, da erfaßte banges Entsetzen ihr Herz. ״Werner" schrie sie ״das ist keine gewöhnliche Ohnmacht, sie stirbt! mein Kind stirbt, du bist der Mörder deiner eignen Tochter!" ״Ihr Mörder ich" rief Werner wildlachend ״habe ich etwa diese gräfliche Bekanntschaft vermittelt, ich etwa die Zusammenkunft mit dem Elenden veranstaltet?" Doch nicht sobald hatte er einen Blick auf die Ohnmächtige geworfen, als er den Schrecken seiner Gattin zu theilen begann, und er stürzte fort, schleunigst nach ärztlicher Hilfe zu senden. Schwer und anhaltend war Aureliens Krankheit. Wochen, vergingen und noch immer gaben die Aerzte keine Hoffnung, und erklärten endlich ihr Aufkommen für unmöglich, wenn die Hinderniste die sich ihrer Liebe entgegengestellt, nicht baldigst gehoben würden. Frau Werner war außer sich, ihre Tochter, ihr eignes Kind, das Idol ihrer mütterlichen Eitelkeit so hinschwinden zu sehen. Zu den Füßen ihres Gatten warf sie sich, und beschwor ü)u auf ihren Knieen, ihr Kind am Leben zu erhalten ״wie wagst du es zu verantworten dein Kind so hin;uopfern" rief sie händeringend. Doch Werner blieb standhaft. ״Um-Geringeres zu verhüten, stieß ein Heidnischer Vater feiner Tochter den Dolch ins Herz, und der jüdische sollte ihrem schmachvollen Leben den Vorzug geben?" Graf H. bestürmte die Mutter, ihn zur Kranken zu lassen; doch jetzt wies; auch diese ihn entschieden, zurück, ״Sie können Ihre Braut im Hause ihres Vaters nicht mehr sehn" schrieb sie ihn! zurück ״!nein Manu ist rücksichtslos, träfe er Sie hier, es würde eine Seme entstehen, die Aureliens Leben gefährden könnte." Bald aber gelang es dem Einflüße des Grafen, einen Befehl zu erlangen der den׳ jüdischen Bankier Werner aufs strengste verbot, dem Glaubenswechsel feiner Tochter, sowie auch deren ehelicher Verbindung!nit dem Grafen H. sich zu widersetzen.

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