Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1863)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1863-12-01
- Page
- 76 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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den sollen. Die Unterordnung kann nicht die Entgegengesetzte sein, da der Mann, als זכר, Träger der göttlichen und menschlichen Ueberlieserungen ist, die durch jede Ehe in dem Hause ihre Verwirklichung finden und denen Mann und Weib vereint ihre Kräfte widmen sollen. Wie das erste Gottesgebot an den Mann und durch den Mann auch für das Weib gegeben war,'wie daher Adam nicht um Eva's Willen das Gottesgebot hätte preisgeben, sondern Eva ihr Verlangen dem durch Adam ihr ausgesprochenen Gotteswillen hätte unterordnen sollen, so soll fortan der Mann die göttlich gegebene Menschenaufgabe vertreten und in seiner'Ehe und seinem Hause zur Geltung bringen. Eine Stellung, die durch das veränderte Verhältniß der Erde zum Menschen und die dadurch gesteigerte Bedeutung der Mannes-Arbeit als Ernährerin des Hauses noch eine festere materielle Unterlage gewonnen. ״Adam aber nannte sein Weib Chawa; denn ste war die Mutter aller Lebendigen geworden". Obgleich, wie man spricht, durch das Weib der Tod auf Erden gekommen war, erblickte Adam in seinem Weibe vielmehr die Mutter des Lebens, die Trägerin und Vermittlerin der irdischen Unsterblichkeit, die Trägerin und Vermittlerin des Fortlebens der Eltern in ihren Kindern. Und er nannte sie חוה, Chawa, nicht Chaja רזיה, Chawa, Vgl. יחוה רעת, die geistige Beleberin, nicht blos היה, die Spenderin des leiblichen Lebens, sondern die Pflegerin des geistigen Lebens ihrer Kinder, denn das ist ja ganz eigentlich der hohe Berns der ׳n אם כל, der hohe Beruf jeder Mutter in Wahrheit. Darum war es auch ste, die Mutter, die dem ersten gebornen Sohn den Namen gab. Ihr ganzes Hochgefühl und Selbstgefühl spricht sich in dem Ausruf aus, das ihrem Sohne den Namen lieh, (pp 1ad. קון und קנה, vgl. קון .צדה, צור ציר selbst, der Schmerzausdruck über einen verlorenen Besitz ist begrifflich mit קנה verwandt, und dieses mit קנא, ein Besitz-Recht vindiciren.) קניתי איש את ר I Ich habe einen Mann erworben mit Gott! Mein ist das Kind, mit der Dahingebung meines Herzensblutes und meiner Lebenskraft habe ich es in Gemeinschaft mit Gott erworben! Ob dieses — nicht ganz lautere — Selbstgefühl, mit welchem ste ihr Kind unter dem Herzen trug und nährte, auf die Gemüthsart und Sinnesrichtung, die diesem Kinde so verderblich wurde, einen Einfluß geübt? Eine Frage, die jede Mutter zu beherzigen hätte. --- Ebenso war