Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 2 (November 1863)
- Article
- Worte, am 18. Oktober 1863 in der Synagoge der israel. Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. gesprochen
- Date
- 1863-11-01
- Page
- 55 (sequence 15)
- Language
- German
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vvn Rabbiner Samson Raphael Hirsch. 55 daß wir festhalten wollen an dem Bewußtsein: Alles Göttliche läßt nicht mit sich spielen. Es verbrennen sich alle sicherlich die Finger die unter der Maske des Rechts die Gewalt, unter der Maske der Freiheit die Knechtung anstreben; eben so sicher aber auch die, die unter der Maske des Judenthums das Nichtjudenthum pflegen, die die Thora in den Arm nehmen und sie Hochaufheben, und doch dabet im Herzen sprechen: Mit diesem alten Gesetz kommt man nicht hinein in die neue Zeit und nicht fort in derselben. Der Gott, der dieses alte Gesetz als ein welterlosendes Wort uns gereicht, der Gott hat damit für die Juden und Jüdinnen aller Zeit die Bahn des Lebens bestimmt und geordnet, und mit dieser Thora im Arm, mit dem alten Judenthum, für welches die Väter gelebt und gestorben, für welches die Väter geblutet und geduldet, mit diesem' alten Judenthum, mit der Thora im Arm, schreiten wir froh und heiter, muthig und Gott vertrauend in alle Zukunft hinein. Je freier, je gerechter sie sich gestaltet, um so seliger für das alte jüdische Lebcn und für das Zukunfthetl de׳: Menschen. Denn was von diesem alten jüdischen Leben bis jetzt in den Schooß der Menschheit gestreut worden, sind nur erst einige wenige Lichtkeime von dem alten sinaitischen Worte. Wen» aber einst in dem jüdischen Kreise die ganze Thora eine Wahrheit sein wird, wenn alle Söhne und Tvchter Israels in der Freiheit und Gleichberechtigung zur תורת ד* חמימה zu dem ganzen, ungeschmälerten Gottesgesetze zurückgekehrt sein werde», und dieses Gesetz von dem Rechte und der Liebe und der Heiltgung des ganzen Lebens erst in seiner ganzen Herrlichkeit im jüdischen Kreise verwirklicht sein wird, dann wird zum zweitenmal die Gotteserkenntuiß einziehen auf Erden und es wird dann mit dem Recht zugleich die Liebe und die Heiligung des Lebens ihren höchsten Triumph in Mitte der Menschheit feiern. אין ה׳ב׳ה מושיע את ישראל במעשיהם, spricht ja das Wort der Weisen, .אלא להודיע גבורתו ולהודיע שמו• So ist uns im wahrhaften Sinne dieses Jubiläum des 18• Okt• ein Tag der Freude, ein Tag des Ernstes. Er mahnt uns an unsere Menschenwürde, an unsere Bürgerpflicht; er mahnt uns aber auch an unsere jüdische Aufgabe, die ja unsere Menschen- und Bürgerpflichten in Einer Wethe umfaßt, und er läßt uns hoffend zu Gott aufschauen, daß er uns und all die Unsere» und Alles was in wci-