Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 2 (November 1863)
- Article
- Worte, am 18. Oktober 1863 in der Synagoge der israel. Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. gesprochen
- Date
- 1863-11-01
- Page
- 56 (sequence 16)
- Language
- German
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Worte am 18. Oktober 1888 rc. 56 tem Kreise an diesem Tag zu ihm aufgeweckt wird, segnen möge mit dein Segen der heilbringendsten Entfaltnrrg. Wie diese fünfzig Jahre segnend über das ganze deutsche Vaterland dahingegangen sind und die Völker und Fürsten reifer geworden sind für das Heilige und Gute, so mögen die fünfzig folgenden Jahre noch weiter und weiter Alles zum Segen und Heil vollenden und die Wünsche jedes rechtschaffenen Menschen und Bürgers auf weiter, weiter deutscher Erde mit Erfüllung krönen. Möge er unseren kleinen Staat zu einem Musterstaat werden lassen, in welchem das Recht und die Menschlichkeit und die Liebe und die Sittlichkeit wohnt; es möge Gott auf jede Hütte, jedes Haus seine segnende und gnadenvolle Hand legen und heilen alle Wunden und Balsam treufeln in jedes verwundete Herz, und erleuchten Aller Angen und kräftigen den Staat und letten die Großen und Kleinen, daß sie allesammt sich zu einem großen Bunde einen, auf welchen Gott srenndlich herabblickt. Er segne die Väter und Führer dieser Stadt, segne die Näthe die mitberatheu das Wohl und Wehe ihrer Brüder; segne jeden Menschen und jeden Bürger in dem Weichbilde Frankfurts, daß keine Thräne darin ohne lindernden Trost sei, daß kein Schmerz ohne Heilung, keine Schwäche ohne Stütze bleibe und daß überall Heil und Segen aufblühe. Wenn dann wieder ein Jubiläum dieses 18. Oktober kommt, dann möge er nur als ein Tag der Erinnerung aufgehen als ei» Tag des Jubels, als ein Tag des Dankes, und möge nichts mehr zu bringen haben von ernster Mahnung, die die Menschen an noch ungelöste Gelübde, an noch ungezählte Schulden erinnert: Dann wird sich erfüllen unseres Liedes Hoffnung: יורוך עמים אלקי' יורוך עטים כלם, daß alle Völker Gott dann huldigen ישמחו וירמו לאמים und dann die Regierungen der Völker erst recht ihrer Stellung und ihres hohen Berufes sich freuen werden, weil כי חשפט עמים מישר ולאמים בארץ תנחם סלה, weil die Gottes-Huldigung in der Brust des Menschen sie alle dann zur Geradheit und Rechtschaffenheit leitet und Gott dann Fürsten und Völker in einmüthigcm heitern Streben, von Friede und Eintracht gesegnet, führt. Sela.