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Jeschurun · 1863-11-01 · Heft 2 (November 1863) · p. 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 2 (November 1863)
Article
Worte, am 18. Oktober 1863 in der Synagoge der israel. Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. gesprochen
Date
1863-11-01
Page
53 (sequence 13)
Language
German
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von Rabbiner Samson Raphael Hirsch. 53 gelangt, nur das ist eine unverlierbare Errungenschaft, nur das für alle Zukunft des Menschengeistes gewonnen. Darum gilt uns die jetzt, nach fünfzig Zähren errungene Freiheit und Gleichberechtigung so unendlich viel mehr als die, die wir je unter napoleonischcm Regime genossen. Jene frühere hatte uns die zufällige Politik eines Gewaltherrschers zugeworfen. Was wir heute an Recht und Freiheit genießen, haben uns freie und berechtigte Bürger und die Freiheit und das Recht achtende Regierungen aus der Tiefe ihres Rechtbewußtseins zuerkannt, eines Rechtbewußtfeins, in dem wir zugleich den glorreichen fortschreitende» Sieg des Gottesrcchts über die Gemüthcr der Menschen verehren. Darum zollen wir Gott aus vollem jüdischen Herzen einen doppelten Dank, daß er uns diesen fünfzigsten 18. Oktober hat erleben lassen, daß wir als Juden vor ihm es bekennen können: wir sehen dein Walteu, wir schauen die Wege deines Rechtes, wir gewahren den Triumph deiner Wahrheit; wir sehen, wie alles Heilige, Gute und Göttliche allmälig reift in den Gemüthern der Mensche» und daß die Sache, die Du führst, unbesiegbar und unverloren ist! Das ist die Bedeutung des jüdischen Jubiläums des 18. Oktobers auf deutscher Erde. Aber auch für uns, für unsere heiligste Sache, der unser Herzblut gehört, gesellt sich zu diesen frohen Erinnerungen noch eine Mahnung vom höchsten Ernst. M. Br. u. Schw. Wir haben von der Freiheit und dem Rechte, von der Gleichheit und Brüderlichkeit gesprochen, und von der nur allmäligen Reife der Völker für Freiheit und Recht. Haben wir uns reifer bewährt? Hat das jüdische Volk, als Gott der Herr ihm die Pforten des Rechts zum Eintritt in den Bruderkrets der Völker eröffnele, im großen Ganzen seine Reife für diese Gleichstellung im Völkerleben bekundet? Ward die Freiheit und Gleichberechtigung von uns nur mit reinen Händen ergriffen, ward kein Mißbrauch damit getrieben und unter dem Panier der zu erstrebenden Gleichheit noch höhere Güter in die Schanze geschlagen, denen selbst unsere Freiheit und unser Recht zum Opfer gebracht werden müßten? Es läßt sich mit dem Göttlichen nicht spielen. Läßt sich mit der Freiheit und dem Rechte nicht spielen, so läßt sich noch weniger mit

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