Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1863)
- Article
- Aus der Gegenwart
- Date
- 1863-10-01
- Page
- 17 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Von S . . . 17 freuen, daß meine Tochter — ich habe fte ja immer Kleine Prinzessin genannt — daß sie einem Königssohn gefällt?" ״Zum Kuckuk mit Deinem Königssohn!" rief Werner aufbrau׳ send, ״ich bin nur ein einfacher Bankier, aber mein Name ist geachtet in allen Kreisen, und selbst ein König dürfte meine Tochter nicht so anschauen wie jener Laste es gewagt hat." ״Aber mein Gott, Werner. — ״Und daß Du Dich noch darüber freuen kannst, Daß du — Am Ende warst Du gar noch stolz darauf, Deine Tochter als eines Königssohn Maitresse zu sehn" fügte er zähneknirschend hinzu. ״Werner", rief seine Frau sich stolz aufrichtend, ״habe ich das verdient? so kannst Du von mir und von Deiner Tochter denken?" ״Verzeih", erwiederte er ruhiger, ״ich ging zu weit. Aber soll es mich nicht aufregcn, wenn ein Elender meine Tochter mit frechen Blicken betrachtet, und meine Frau, statt sie diesen zuentziehen, sie ihm noch täglich vor Augen führt. O, beim Himmel, und hätte ich Fischblut, es müßte überwallen." ״Aber woher weißt Du denn, daß Graf H. ein Elender ist, daß er —״ ״Woher ich's weiß? — Doch genug, wir wollen uns hierüber nicht in wettere Erörterungen ergehe». Meine Zeit ist kurz; morgen mit dem ersten Zug muß ich zurück in die Stadt, wenn Du es mir aber nicht versprichst, es mir nicht auf's Heiligste versprichst, den Weg zum Sennhüttche» nicht wieder mit Aurelie zu betreten und überhaupt alle Spaziergänge zu meiden, wo Ihr den Grafen treffen würdet, so müßt auch Ihr noch morgen zurück." ״Wie, die schönste Jahreszeit sollten wir in der dumpfen ungesunden Stadt verbringen, das könntest Du von uns fordern?" ״Fordere ich's denn? versprich mir das was ich fordere und bleibe." ״Nun wohl, ich sehe zwar nicht ein —״ ״Versprichst Du es, oder nicht?" ״Za, ja, ich verspreche es. Aber ich bitte Dich Werner, wie ,kannst Du nur auf so schwarze Gedanken kommen, hast Du denn gar kein Vertrauen zu Aurelie und zu mir?" Eine etwas uuga- ׳!ante Antwort trat ihm auf die Lippen, aber er bezwang sich und schweigend setzten sie ihren Weg fort. 2