Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1863)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1863-10-01
- Page
- 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Das jüdische Weib. I. 7 gründung mit absoluter Verpflichtnngskraft nur das männliche trifft, so rechnet gleichwohl, indem doch immerhin diese Gebote an beide Geschlechter gerichtet sind, die Losung dieser weltbauenden Menschhettaufgnbe auf das cinmüthige, ebenbürtige Zusammenwirken beider Geschlechter, und selbst indem sie das weibliche des eigentlichen Grwerbs, der harten, crdbezwingenden Arbeit enthebt, macht sie dasselbe nur frei, um es auch für diese Seite deS Menschenwirkens der edleren und den menschlichen Zwecken näheren Thätigkeit hinzngcben, das von der männlichen Arbeit Eroberte für die menschlich sittlichen Zwecke des Hauses und der Familie zu verwalten und zu vcrwerthen, somit für dessen eigentliche Bestimmung erst nutzbar zu machen und es im Dienste menschlicher Wohlfarth zu verwenden. אחם מביא חיטים חיטים מסס פשתן פשתן לובש, der Mann bringt ^Weizen heim, ißt er den Weizen, Flachs heim, bekleidet er sich mit Flachs? lautet Jebamoih 63 die zurechtweisende Gegenfrage, die auch in dieser Richtung dem Weibe den edlern Antheil der Wirksamkeit vindtcirt. Wenn aber dieses erste Gotteswort Mann und Weib zusammen als den Gott ebenbildlichen und Zhn auf Erden vertretenden Menscheu in die Schöpfung eiuführt, und ihnen vereinigt ihre Stellung und Aufgabe nnwcist, so greift ein weiteres Gotteswvrt das Verhältniß des Mannes und Weibes nochmals zur besonder» Würdigung auf, um —so spricht sich durch und durch offenbar dessen Tendenz aus — um ganz eigentlich dem Manne den hohen Werth und die hohe Bedeutung seines Weibes für ihn, für seine ganze Persönlichkeit, für die Lvsnng seiner Aufgabe und Bestimmung ans Herz zu reden. Eben weil der Mann als der ״Erdbezwinger" und Eroberer der Mittel für Ehe und Haus so leicht in den Wahn gerathen könnte, sich als den eigentlichen unentbehrlichen Faktor zu betrachten und in solchem Wahn sich dem Weibe gegenüber zu überheben, eben darum scheint das Gotteswvrt angelegentlich bemüht, den Mann inne werden zu lassen, wie er, gerade er ״hilsios und frcudeleer" ohne sein Weib mitten im Paradiese und bei all seiner weltbezwingenden und weltcrkennenden Macht und Einsicht wäre, und sein Dasein und Leben erst durch das Weib Stütze und Ergänzung gewinne. ״Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei". —Der Zweck wäre verfehlt und würde nur unvollkommen erreicht, wenn er immer