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Jeschurun · 1863-10-01 · Heft 1 (Oktober 1863) · p. 8

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Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 1 (Oktober 1863)
Article
Das jüdische Weib
Date
1863-10-01
Page
8 (sequence 8)
Language
German
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8 Das jüdische Weib. I. nur von vereinzelten Menschen getragen würde. Die große Menschen-Aufgabe ist zu groß für Einen, sie bedarf wesentlich zweier Menschen-Wesen, die die Arbeit theilen und/ sich gegenseitig ergän-!end, vollenden. ״Ich will ihm עלו־ כנגדו, eine ihm gegenüber entsprechende Hülfe bereiten." 11p (Vgl. עזרה, חצר, אזר) ist derjenige Beistand, der durch Ab- und Uebernahme eines Thetis des zu Vollbringenden dem Andern die Concentrirung seiner Kräfte auf den ihm zu vollbringen gebliebenen Theil gestattet, ihm soinit die vollkommene Löstmg feines Theils, dadurch aber die vollkommene Lösnng des Ganzen ermöglicht. Es ist dies der reine Begriff der Thetlung der Arbeit. Sie seht aber, wenn beide Arbeitsgenossen, jeder in seiner Thätigkeit die volle Befriedigung, die entsprechendste Anwendung der Kräfte und Anlagen seines Wesens, und zugleich das Gesammtwerk seine höchste Vollendung finden soll, die Berschtedenarttgkeit des Genossen an Kraft und Anlage zugleich aber auch ihre Zusammenhortgkeit dergestalt voraus, daß sie sich gegenseitig ergänzen und jeder Mangel des Einen in einer Vollkommenheit des Andern seinen Ersatz finde; und das ist's, was in höchster Prägnanz der Beisatz כנגדו ausdrückt. נגד weist einem Gegenstand einen andern, aber durch die Stellung des Andern bestimmten Ort an. Es stellt das Weib sofort auf eine Linie der Ebenbürtigkeit dem Manne gegenüber, weist Jedem eine andere Stelle des Schaffens und Wirkens an, der Mann kann nicht die Stelle des Weibes, das Weib nicht die des Mannes einnehmen und ausfüllen,, beide aber stehen und wirken auf Einer Linie, schaffen und wirken einander in die Hand und vollenden in einander?greifend ihres Theils die einheitliche Menschenaufgabe. Und diese Theilung der Menschenaufgabe ist keine Convenienz, das Weib ist von vorn herein כנגדו also geschaffen, wie es einer solchen hilfreichen Ergänzung des Manneswirkens entspricht; sie sind beide für einander und beide zusainmen für Eine Aufgabe gebildet. Der Mann erkennt in seinem Weibe einen Theil seines eigenenWesens zu einem besondern Wesen geschaffen; er nennt sie darum ״Jscha", ״denn sie ist dem ״Jsch" entnommen", sie gehört als seine Ergänzung zu ihm, sein Dasein ist ohne sie nur ein halbes Dasein und darum ״verläßt der Mann Vater und Mutter und schließt sich innig feinem Weibe an und sie werden zu Einem Fleische" — das ist die tiefinnige Gottesstiftung der Ehe. _

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