Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1863)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1863-10-01
- Page
- 3 (sequence 3)
- Language
- German
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? Das jüdische Weib. 1. 3 heit und Gegenwart laut und unzweideutig das Gegentheil bezeugte, j so mußte doch die Meinung , die man sich von der Stellung deS j Weibes im Orient gebildet hatte, ohne weiteres herhalten, um von ^der Herabwürdigung und Unterordnung des Weibes in Israel die E unbegründetsten Vorstellungen zu verbreiten, und die Bestrebungen J der Neuzeit vor Allem als eine Erlösung des jüdischen Weibes vom )orientalischen Joche der Entwürdigung zu verherrlichen. War dies doch ein gescheidter Koder jüdische Frauenseelen zur Gönnerschaft jüdischer Reformbestrebungen zu begeistern! Man übersah dabei nur die Kleinigkeit, daß das Bestreben die jüdischen Frauen für das Israel der Zukunft zu gewinnen, selbst schon eine sprechende Widerlegung jener vermeintlichen Erniedrigung, selbst vielmehr ein spre- B chender Beweis von der hohen Stellung und dem tiefen Einfluß, s den das jüdische Weib in Israel genießt, abzugeben geeignet sei, >a man Alles für seine Sache gewonnen zu haben glauben durfte, j wenn man die Frauen dafür gewonnen haben mochte. | Versuchen wir uns einmal die Züge zu vergegenwärtigen, in - welchen das jüdische Gotteswort die Bestimmung des Weibes offenbart, die. Bestimmungen des jüdischen Gesetzes, die seine Stellung j regeln, die Thatsachcn der jüdischen Geschichte, die seine Erscheinung zeichnen, die Aussprüche jüdischer Weisen, die die jüdischen Volksanschauungen hinsichtlich des Weibes enthalten. Wir mögen vielleicht - ein Lebens- und Charakterbild erhalten, vor dem die gepriesenen europäischen Anschauungen und Galanterien wie leuchtender Dunst vor dem Strahl der ausgehenden Sonne erbleichen dürften. ״Es schuf Gott den Menschen in seinem Ebenbilde, im Ebenbilde Gottes schuf Er ihn; Mann und Weib, beide erschuf Er! Und cs segnete sie beide Gott und zu beiden sprach Gott: seid fruchtbar und vervielfältigt euch und füllet die Erde und bezwinget sie und herrschet über den Fisch des Meeres und über den Vogel des Himmels und über alles Lebendige, das einhertritt auf Erden!" (1. B. M. 1, 27. 28.). Schon der Pronominalwechsel von Singular zu Plural, den wir in der Uebersetzung dieser ersten Einführungsstelle des Mannes und des Weibes in die Schöpfung wiederzugeben versuchten, offenbart die völlig gleiche Dignität, ja die innige Einheit des Mannes und des Weibes im Begriffe und in der Bestimmung des Gott 1*