Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1863)
- Article
- Das jüdische Weib
- Date
- 1863-10-01
- Page
- 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Das jüdische Weib. I. ebenbildltchen Menschen. Der Begriff: Gott ebenbtldltcher Mensch umfaßt beide Geschlechter, Mann und Weib zusammen erschöpft den Begriff: Mensch, und Beide hat Gott in gleicher Unmittelbarkett und in gleicher, Zweck beabsichtigenden, Willensthätigkeit geschaffen, -!זכר ונקבה ברא אתם זכר heißt das männliche Geschlecht, ,נקבר das weibliche. Das männliche Geschlecht ist זכר, es ist der Depositär der Gottesoffenbarungen und der geistigen Errungenschaften der Menschheit, ihm ist das זכרון, die Tradition des Menschengeschlechtes in seinen Ent- Wickelungen überantwortet, m ihm bildet sich die geistige Kette, die den Anfang und das Ende der Menschengcschichte zu einer Einheit verknüpft, das männliche Geschlecht ist זכר, es ist der Träger der Geschichte. Sein Schaffen und Wirken steht nicht unter dem bloßen Einfluß des Augenblicks, es hat der von Gott und der Dergangenheit empfangenen Aufgaben und Ueberlieferungen zu gedenken, und aus der Vermählung derselben mit den Erscheinungen und Verhältnissen der Gegenwart seine, die Kette der Geschichtstraditio« in ewigem Fortschritt weiterspinnende, Thätigkeit zu erzeu« gen. Es ist somit das die Richtung der Zeit bestimmende. Das weibliche ist אשר פי ד׳ יקבנו, נקבה שכרך עלי) נקבה, Dgl. die Form אברה ,ננכה u. sw.), das Bestimmung empfangende. Der Mann wählt sich einen Beruf, schafft sich eine Stellung, das Weib empfängt Beides, indem es sich einem Manne anschließt und in seinen Berus und seine Stellung etngeht. Zum Menschen, zur Jü-- din blühet die Jungfrau heran, und erst ihrem Manne zur Sette erhält sie die Besonderheit, den engern Kreis menschlicher Bestrebungcu, in welchem auch sie, mit dem Manne vereint, die allgemeine menschliche und jüdische Ausgabe in einem bestimmten Berufe und einer bestimmten Stellung zu lösen hat. Aber eben darum, weil sich das Weib nicht erst einen Beruf und eine Stellung zu erobern hat, bleibt es die Pflegerin des Reinmenschlichen in der Menschheit, und es ist das große Wort, mit welchem der Vater der Menschheit, der Erzieher und Wächter ihrer geschichtlichen Entwickelungen, die einstige Heilung und Sammlung der Menschen aus allen Jrrgängen ihrer geschichtlichen Versuche ankündigt: כי ברא ד' הרשה בארק נקבה תסובב גבר, Gott schafft das Neue auf Erden, das Weib umgibt den Manul (Jirmtja 31.) Indem nämlich der Mann sich Berns und Stel- G