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Jeschurun · 1863-09-01 · Heft 12 (September 1863) · p. 548

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 12 (September 1863)
Article
Über die beim Anlegen der Tephillin zu sprechenden berakot
Date
1863-09-01
Page
548 (sequence 6)
Language
German
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548 Üeber die beim Anlegen der mit Gold belegt sind/ und nicht überhaupt TephMn, welche eine andere als die schwarze Farbe tragen, als unbrauchbar bezeichnet werden? Wäre ferner nur die Nothwendigkeit der schwarzen Farbe der Grund des oben angeführten Satzes, so müßten TephMn, deren Gehäuse mit schwarzplattirtem Golde belegt sind, zum Gebrauche geeignet sein; aus den Worten ציפן ז ה כ פםולות ifi aber ersichtlich, daß bei Tephillin, deren Gehäuse mit Gold belegt, nicht die Farbe, sondern der Stoff der Grund der Unbrauchbarkeit ist, was im Wesen der Tephillin vollkommene Begründung findet/ Die Tephillin sollen allerdtngs der Bezeichnung טוטפות gemäß uns als Schmuck, als עטרה, als Symbol der Würde und Auszeichnung dienen; unser Schmuck besteht aber nicht in äußerem Glanze, nicht in äußerer Pracht, nicht in der Fülle des Besitzes, überhaupt nicht in dem, was den Werth des Goldes ausmacht; unser Schmuck besteht zu allen Zeiten einzig und allein darin, daß Gott uns erwählt hat, Sein Priestervolk zu sein; unser Schmuck besteht einzig und allein in der Thora, deren Erfüllung das einzige Mittel ist, uns der göttlichen Liebe würdig zu machen; unser Schmuck besteht ausschließlich in dem, was in den Abschnitten der Tephillin Ausdruck gefunden hat. Darum sagt die Ueberliefernng ציפן זהב פטומות solche Tephillin, die mit Gold belegt sind, denen man den Anschein gegeben hat, als ob äußerer Prunk, als ob das die Augen Fesselnde, das die Sinne einnehmende unfern Schmuck ausmacheu würde, sind unbrauchbar, entsprechen nicht der Absicht/ die Gott ׳mit dem Tcphilliugebote verbunden hat. Nicht in der Farbe, sondern im Stoffe, im Wesen des Goldes liegt daher der Grund ihrer Unbrauchbarkeit/ obgleich die schwarze Farbe der Tephillin nach Talmud Jeruschalmt Megilla פ' הקורא הלכה ם׳ ebenfalls הלמ״ט ist, was uns eben zeigt, daß gerade das Gegentheil dessen, worauf eine goldene Belegung Hinweisen würde, durch die Tephillin Ausdruck erhalten soll. Denn daß in der schwarzen Farbe das Gegentheil der äußern Schönheit und des äußeren Schmuckes liegt, erhellt aus Schir Ha-Schirim 1, 5 wo es heißt שהורה אני ונאוה wozu im Midrasch rabba bemerkt wird. אחרה כגסת ישח! שהורה אני בפני עצמי ונאוה בפני קוני הכתיב הלא כבני כושיים אתם לי בני ישר^ כבני כושיים אתם 'בפניכם אבל אתם לי כבני ישר^. Der Sinn dieser Stelle liegt darin, daß die Außenseite Israels keinen Anspruch auf Schönheit macht, daß wie cs in der Mischna Megilla 24 b.

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