Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 12 (September 1863)
- Article
- Über die beim Anlegen der Tephillin zu sprechenden berakot
- Date
- 1863-09-01
- Page
- 547 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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547 Tephillin zu sprechenden בריפ׳רת* sind und durch die wir erst den Zweck unseres Daseins erreichen können, uns mit der höchsten. Freude erfüllen und fortwährend der höchste Zielpunkt unserer Gesammtthätigkeit sein soll; daß wir durch unsere irdischen Bedürfnisse uns von der gewissenhaften und gesetzestreuen Erfüllung unserer jüdischen Pflichten nie abbrtngen lassen dürfen, dies sind die Wahrheiten, die der tiefe Blick unserer Weisen in den. Worten למען חהי' חורת ר' בפיך angedeutet findet und hiedurch wird es klar, weßhalb der Grundsatz, daß die Tephillin nur von zur Speise erlaubten Stoffen hergestellt werden dürfen, an diesen Schriftvers geknüpft wird. Wir baden gesehen, daß in demselben unser geistiges Leben in einen Vergleich mit unserem körperlichen Leben gebracht wird; da nun Gott befohlen hat, daß unsere leibliche Nahrung nur aus solchen Stoffen bestehen darf, welche der Thora gemäß rein sind, und durch die unsere Nahrung betreffenden Gesetze gewiß auch der Zweck erreicht werden soll, daß unser Körper ein unserer geistigen Bestimmung entsprechendes Werkzeug der Seele bleibe: muß das, was, wie die Tephillin, unmittelbar zur Lösung unserer geistigen Aufgabe führen soll, um so gewisser nur von reinen Stoffen hergestellt sein. Dieser Schluß ergibt sich ganz von selbst, und es muß daher als vollkommen grrechtfertigt und begründet anerkannt werden, daß, nachdem im Schriftverse das getstige Leben mit dem leiblichen verglichen wird, eine für das körperliche Leben Norm gebende Bestimmung auch auf das zum geistigen Leben Gehörende angewendet wird. Demgemäß wird in der erwähnten Talmudstelle nicht behauptet, daß der Grundsatz, keine zur Speise verbotenen Stoffe zu den Tephillin zu verwenden, schon im Wortlaute des angeführten Schriftverses ausgesprochen sei, sondern cs wird dieser Grundsatz durch einen zu den Jnterpretalionsmitteln der Thora gehörenden Combinationsschluß aus dem Schriftverse eruirt, wodurch die erwähnte in ס' המנהיג ausgestellte Frage beantwortet ist. Durch unsere obigen Erörterungen wird auch ersichtlich, weßhalb Menachot 42 b. Tephillin, deren Gehäuse mit Gold belegt sind, als unbrauchbar erklärt werden. Der Grund hiefür scheint uns nicht in der נודע ביהודה מ״ק הא״ח סי׳. א׳ angegebenen Ursache zu bestehen.; denn hätte die obige Bestimmung keinen andern Grund als die Vorschrift, daß die Tephillingehanse eine schwarze Farbe haben sollen, so wäre es befremdend, daß gerade Tephillin, deren Gehäuse