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Jeschurun · 1863-08-01 · Heft 11 (August 1863) · p. 512

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 11 (August 1863)
Article
Jawen Mezula [Rezension]
Date
1863-08-01
Page
512 (sequence 4)
Language
German
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512 ״Jawm Mezula/k sie Gewalt an, den ersteren in Gegenwart ihrer Männer. Die schöneu Frauen und Jungfrauen nahmen sie sich als Mägde und Kochtnnen, einige zu Weibern und Kebsfrauen." Bemerkenswerth ist es, daß die Kosaken im Jahre 1648 beretts auf der Stufe der Kosakenbildung des Jahres 1863 standen. Dieselbe Achtung vor den Heiligthümern der ihnen fremden Culten erfüllte sie schon damals. Es berichteten kürzlich die Zeitungen, daß in den gegenwärtigen Kämpfen in Polen, die auf einigen Plätzen in Synagogen einquartirten Russen die heiligen Schreine erbrochen und die Thorarollen zerschnitten haben, um sie zu militärischen Requtsttton zu benutzen. Dasselbe berichtet der ״Jawen Mezula" von den Kosaken vor 200 Jahren. ״Die Thorarollen zerrissen sie in Stücke und machten Säcke und Schuhe daraus; die Tephilltnriemen nahmen sie, nm sie um ihre Füße zu winden, und die abgeschuittenen Tephilltn warfen sie auf die Straße. Mit den übrigen heiligen Büchern pflasterten sie die Straßen und zum Theil luden sic sie in ihre Gewehre (als Patronen und Pfropfen)." Chenielnicki's Schaaren und Murawiew's Soldaten 1648 und 1863!! In Niemirow allein wurden 6000 Juden unter den schrecklichsten Qualen niedergemetzelt. Chenielnickt, der Anführer der Kosaken und wüthender Judenfeind, schreibt Neta, horte, ״daß viele Juden sich in Niemirow versammelten und viel Silber und Gold Mit sich führten, zudem die Gemeiude Niemirow selbst durch Reichthum ausgezeichnet war. Auf diese Nachricht hin sandte Chenielnickt einen Hauptmann, einen Judenfeind, gegen die Stadt mit ungefähr 600 Mann und schrieb den Stadthäuptern, ihnen Beistand zu leisten. Ehe die Einwohner das Wort gehört, war die That schon vollbracht (nach Exodus 24, 7 ist dieser Satz), sie mit aller Kraft zu unterstützen, nicht aus Liebe zu ihnen, sondern aus Haß gegen die Juden." Am 20. Siwan zogen die Kosaken gegen die Stadt und die Juden, ungewiß ob cs befreundete Polen oder feindliche Kosaken waren, begeben sich mit Frau und Kinder und Hab und Gut in die Festung, zur Vertheidigung bereit. Da benutzten die Kosaken die List polnische Fahnen zu entfalten. Die Stadtbewohner, mit welchen die Kosaken, im Einvernehmen waren, ließen den Juden in der Festung entbieten, daß ein polnisches Heer zu ihrem Schütze im

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