Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 11 (August 1863)
- Article
- Jawen Mezula [Rezension]
- Date
- 1863-08-01
- Page
- 513 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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513 ,Jawe» Mezula." Anzüge sei. Die Juden sahen die polnischen Farben und öffneten arglos die Thore. Das gräßlichste Gemetzel begann. ״Eine schöne Jungfrau von höchst achtbarer und reicher Familie," heißt es im Jawen Mezula, ״wurde von einem Kosaken fortgeführt, in der Ab-- sicht, sie zu ehelichen. Ehe sie seine Gattin wurde, erzählte sie ihm schlau, sie habe ein Geheimmitiel, durch das ihr keine Art Waffe schaden könne. ״Schenkst du meinen Worten keinen Glauben, versuche es, schieße nur getrost auf mich los, es wird mir nichts schaden." Der Kosak traute ihrer Rede und drückte in seinem Wahne das Gewehr auf sie ab. Sie fiel und heiligte den Namen Gottes; der Kosak sollte sie nicht als Gatte berühren! — Ein anderes junges, hübsches Mädchen sollte einem Kosaken angetraut werden. Da erbat sie sich von ihm, die Trauung , doch in der Kirche, die jenseits der Brücke lag, vollziehen zu lassen. Er kam ihrem Wunsche nach und führte sie in Prachtgewändern unter Pauken und Trompeten zur Trauung. Als sie an die Brücke kam, stürzte sie sich in die Fluth und versank. Aehnltche Ereignisse wiederholten sich in solcher Menge, daß sie nicht alle ansznzählen sind." Eine ganze Schaar Frauen und Jungfrauen eilten während des Gemetzels zu dem nahen Teich um durch den Tod in den Fluthen der Schändung zu entgehen. Von Nicmirow wandte sich die Horden nach Tulczyn, wo den Juden Schonung versprochen wurde, wenn sie ihren Glauben wcchsein wollten. ״Alsdann trat ein Pope zu ihnen heran, pflanzte eine Fahne auf und rief ihnen laut zu: ״Wer feinen Glauben wechselt, soll am Leben bleiben und ungestört unter dieser Fahne wohnen!" Niemand antwortete ihm; dreimal rief er es laut aus und Alles blieb stumm. Sogleich wurde das Thor des Gartens (in welchem die Juden eingeschlossen waren) geöffnet und in wildem Zorne stürm-- teu die Barbaren herein und richteten furchtbare Verwüstung unter ihnen an; an 1500 starben unter allen nur erdenklichen Qualen." Hier in Tulczin war es, wo die Polen gegen die Juden, welche ihnen treulich zur Seite standen, den schmählichsten Vrrrath übten. Die Juden 2000 an der Zahl, Hatten den tapfersten Autheil an der Vertheidigung der Festung und schlugen viele Angriffe der Kosaken zurück. Diese verstärkte» sich aber täglich durch neue Zuzüge, so daß wohl wenig Aussicht aus die Behauptung des Platzes vor- 33*