Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1863-08-01 · Heft 11 (August 1863) · p. 511

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 11 (August 1863)
Article
Jawen Mezula [Rezension]
Date
1863-08-01
Page
511 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2932754-2932919-2932931-2948142--08473-2948201
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

511 ,,Jawen Mezula." ytß, theils aus Mitthctlungen von Augenzeugen ntedergeschrteben. Sein Werk gehört zu den werthvollsten historischen Schriften der Juden; seine Schilderungen, deren Wahrhaftigkeit noch durch die Relationen nichtjüdischer Geschichtschreiber bestätigt wird, sind von ergreifender Ausführlichkeit. Nach der für die Polen so unglücklichen Schlacht bet Korsun, am Dienstag den 4. Stwan 5408 (Mat 4648), begann die Reihe der unerhörtesten Qualen und Verfolgungen der Juden, denen selbst das an Judenmetzeleien so reiche Mittelalter kein würdiges Gegenstück zu bieten vermag. Mit Zurücklassung all' ihrer Habe mußten die Juden sich in die befestigten Städte flüchten. Wer nicht fliehen konnte erlag dem furchtbarsten Geschicke. Der Verfasser erzählt: ״Viele Gemeinden jenseits des Dniepcr, die in der Nähe des Schlachtfeldes waren, wie Perejaslaw, Bilousowka, Pyrintin, Barjopli, Lubny, Lochwtca, die nicht fliehen konnten, wurden unter ausgesuchten bittern Todesarten, den göttlichen Namen heiligend, umgebracht. Zum Theil streckten sie selbst ihre Nacken hin, uud das Fleisch warf man den Hunden vor. Einigen schnitt man Hände und Füße ab und warf sie dann auf die Heerstraße, daß man mit Wagen über sie hinfuhr und Rosse sie zertraten. Einigen brachte man so viele Wunden bei, daß sic׳dem Tode nahe waren, man warf sie auf die Straße, daß sie nicht so rasch starben und sich in ihrem Blute wälzten, bis sie ihren Geist aufgaben. Viele begrub man lebendtg, Kinder schlachtete man auf dem Schvoße ihrer Mütter; andere zerriß man wie Fische in Stücke. Schwangere Frauen schlitzte man und die hcrausgckommene Frucht zerschlug man in ihrer Gegenwart. Einigen ritzte man den Leib auf und nähete ihnen eine lebendige Katze ein und ließ sie so am Lebe», indem man sie wieder zunähete; die Hände schnitt man ihnen ab, daß sie die lebendige Katze nicht herausziehen konnten. Kinder tödtete man an den Brüsten der Mütter, andere spießte man, briet sie am Feuer und brachte sie den Müttern, die davon essen mußten. Zuweilen bildeten sie Brücken von jüdischen Kindern, um über sie hinweg zu schreite»; es gab keine erdenkliche Marter, die sie nicht an ihnen verübten; alle vier Todesarten, die dem jüdischen Gerichte zu Gebote standen: Steinigen, Verbrennen, Ermorden und Erwürgen. Viele führten die Tartaren in Gefangenschaft fort; Frauen und Jungfrauen thaten ss

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.