Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1863-08-01 · Heft 11 (August 1863) · p. 495

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 11 (August 1863)
Article
Über die beim Anlegen der Tephillin zu sprechenden berakot
Date
1863-08-01
Page
495 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2932754-2932919-2932931-2948140--08455-2948185
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

TepMln ju sprechenden 495 •ברכות sie aber eine ganz andere Bedeutung und einen besonderen Auftrag, der auf dem Schriftverse 5. B. M. 26, 11 beruht, wo es heißt: ״Du sollst dich freuen all des Guten, das Gott dir gegeben hat." Die hiemit gebotene Freude soll sich, wie bereits von R. Jizchak Arama in ם' עקדת יצחק Abschnitt 89 erklärt wird, nicht blos aus das empfangene Gute sondern vorzugsweise darauf beziehen, daß das Gute uns von Gott ertheilt wurde, daß Gott der Spender desGuten war, wie man selbst ein von einem menschlichen Könige erhaltenes Geschenk nicht wegen seines innern Werthes, sondern darum weil es die Gabe eines Königs ist, hochzuschätzen pflegt. In diesem Sinne soll unsere Freude über den Ausgang aus Mizrajim nicht blos darauf beruhen, weil uns durch denselben Freiheit zu Thetl wurde, sondern der Schwerpunkt unserer Freude soll darin bestehen, weil unsere Befreiung von Gott ausgegangen ist, weil Gott uns Seiner unmittelbaren Hülfe gewürdigt, aus der Mitte der Völker zu Seinem Volke uns erwählt hat. Dieser Grund der Freude ist es, auf den der Psalmvers 118, 24 hinweist, mit dem wir aussprechen, daß das eigentliche Objekt unserer Freude in dem unmittelbaren Eingreifen Gottes besteht; und dadurch, daß unsere Freude nicht vorwiegend auf die uns gewordene Wohlthat sondern darauf sich bezieht, daß uns dieselbe von Gott geworden ist, dadurch kann unsere Freude eine beständige unvergängliche sein, und nur diese Freude ist der unentreißbare Schmuck unseres Hauptes; denn die Freiheit ist uns im Laufe der Zeiten oft entzogen worden, kann während unseres Galuth, während der Zeit unserer Entfernung vom Lande der Väter keine ganz vollständige sein. Dadurch aber, daß unsere Freude auf unsere unmittelbar von Gott kundgegebene Erwählung zu seinem Etgenthumsvolke sich bezieht, dadurch ist das Objekt unscrer Freude unabhängig von dem Wechsel der Zeitverhältnisse, und kann der Grund unserer Freude unter allen Umständen in gleicher Weise fortdauern. Hierauf will uns das obenerwähnte Gleichniß Hinweisen: Der König ermahnt seine Tochter, die er persönlich aus des Feindes Hand befreite, daß ihre Freude nicht auf ihre Rettung, sondern darauf sich beziehen soll, daß er selbst sie gerettet hat: ״ ,עשי אותה שמחה שעשיתי לך עטרה לראשך שלא תשכחי אותהmache jene Freude, die ich dir bereitete, zum Diadem deines Hauptes,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.